Solingen: Kanute kentert im Hochwasser
VON ANDREA RÖHRIG UND SEBASTIAN KUNIGKEIT - zuletzt aktualisiert: 10.01.2011Solingen (RPO). Vor den Augen der Feuerwehr trieb gestern Mittag ein 41-jähriger Leverkusener in der Wupper, der mit seinem Kajak gekentert war. Ein Großeinsatz wurde ausgelöst, der Mann konnte sich mit Hilfe anderer Kanuten ans Ufer retten.
Als wenn die Solinger Feuerwehrleute gestern Mittag nicht schon genügend zu tun gehabt hätten, um Unterburg vor dem drohenden Hochwasser zu schützen und den Anwohnern dabei zu helfen, ihre vollgelaufenen Keller leer zu pumpen, musste ein Großaufgebot an Rettungskräften gestern auch noch einem gekenterten Kanuten hinterher jagen.
Es war gegen 13 Uhr, als der in der Wupper schwimmende 41-jährige Leverkusener an den Einsatzkräften in Unterburg vorbei trieb. Auch Feuerwehrsprecher Michael Stachelhausen wollte zunächst seinen Augen nicht trauen, wie er später im Gespräch mit unserer Zeitung berichtete: "Er hat mir dann sogar noch zugerufen, er werde sich selber an Land retten." Weil das aber zunächst nicht danach aussah, wurde Großeinsatz ausgelöst. Ein Polizeihubschrauber wurde ebenfalls losgeschickt, während die Einsatzkräfte an mehreren Punkten entlang der Wupper nach dem Gekenterten Ausschau hielten. Flussabwärts besetzte die Leichlinger Feuerwehr mehrere Brücken. Die Deutsche Lebens-Rettungs-Gesellschaft (DLRG) beteiligte sich mit einem Hochwasser-Boot an der Suche und schickte einen Strömungs-Rettungs-Trupp, um den Verunglückten gegebenenfalls aus dem Wasser zu fischen.
Zu Fuß unterwegs
In Höhe des Klärwerks an der Hasencleverstraße entdeckte die Hubschrauberbesatzung gegen 13.40 Uhr dann zwei Männer, die zu Fuß mit ihren Kajaks unterwegs waren, und meldete das den Fußtruppen. Einer der beiden Männer war der Gekenterte, der gegenüber der Polizei angab, dass er mit Hilfe anderer Kanuten sich habe ans Ufer retten können. Der Leverkusener war mit einem anderen Sportsfreund jeweils in einem Einer-Kajak unterwegs gewesen. Beide waren mit Schwimmwesten und Schutzhelmen ausgestattet. Insgesamt zählte die Feuerwehr zehn Boote auf der reißenden Wupper.
Erst mit Hochwasser wird der Fluss für Sportkanuten interessant – zugleich steigt aber auch die Gefahr für Leib und Leben der Kanufahrer. "Bei dem Pegel und der hohen Fließgeschwindigkeit ist es dann auch notwendig, dass man so viel Personal einsetzt", begründete Helge Schönzeler von der DLRG Leichlingen den Großeinsatz. In Pforzheim ist am Samstagmittag ein 50-jähriger Kajakfahrer ums Leben gekommen, als er in den hochwasserführenden Enz fiel. Der Mann konnte zwar geborgen werden, starb jedoch trotz Reanimationsversuchen noch am Ufer.
Wer zahlt jetzt den Einsatz?
Die Solinger Feuerwehr will nun klären, ob der Leverkusener, der sich ja letztlich selber ans Ufer rettete, den Einsatz zahlen muss. Ein Base-Jumper, der im August 2008 von der Müngstener Brücke gesprungen war, dabei verunglückte und von der Feuerwehr mit Knochenbrüchen gerettet werden musste, hatte eine Rechnung der Einsatzkräfte erhalten.
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