Solingen: Karnevalist mit Leib und Seele
VON ULRIKE KOHL - zuletzt aktualisiert: 11.01.2010Solingen (RPO). Lutz Müller erfüllte sich einen Herzenswunsch und wurde in der Session 2001/2002 der erste Solinger Euro-Prinz. Aber ans Aufhören denkt er noch lange nicht.
Einmal Prinz zu sein – diesen Herzenswunsch hatte Lutz Müller schon als kleiner Junge. Karnevalistisch war er vorbelastet, denn seine Mutter war in der Heimat an der Mosel die "Obermöhne". Das ist ein Amt auf Lebenszeit, und Mutter Müller übte es bis an ihr Lebensende aus. Immerhin wurde sie 95 Jahre alt.
Ludwig Müller, den alle Karnevalisten nur als "Lutz" kennen, kam Ende der 1950er Jahre von der Mosel nach Solingen. Nach Abschluss seiner Lehre als Autoschlosser fand er in der Heimat keine Arbeit. In Solingen dagegen war er anschließend 38 Jahre lang bei einer Bauunternehmung beschäftigt, nicht nur als Maschinenmeister, sondern später auch als Betriebsratsvorsitzender.
Seit dem Jahr 1981 engagiert sich Lutz Müller im Solinger Karneval. Er ist Mitglied der Ehrengarde am Mühlenhof (das sind die, mit den besonders schönen weißen Jacken). Als diese Karnevalsgesellschaft ein närrisches Jubiläum feierte – sie wurde 22 Jahre alt – ging dann Müllers Wunsch in Erfüllung. In der Session 2001/2002 war er der erste Solinger Euro-Prinz. Als Hofdamen fungierten seine Ehefrau Monika und seine Tochter Gabriele. Prinzessin war Elke Fischer.
Seine Prinzessin Elke ist die Ehefrau des Vorsitzenden der Interessengemeinschaft Solinger Karneval (ISK), Werner Fischer. Als die ISK aufgelöst wurde, übernahm Lutz Müller in der Nachfolgeorganisation, dem Festausschuss Solinger Karneval (FSK), das Amt als Geschäftsführer, das er in der ISK bereits ausgeübt hatte. Nach den Querelen wegen der Auflösung der ISK sei wieder Ruhe in das Solinger Karnevalsgeschehen eingekehrt, und alle 13 angeschlossenen Gesellschaften seien zufrieden, berichtet Müller von seiner Zusammenarbeit mit Joachim Junker und Axel Hawranke. Und er selbst werde sich weiter engagieren, "so lange es eben geht", verspricht der jetzt 71-Jährige.
Seiner alten Firma ist er übrigens treu geblieben und sieht dort ab und zu mal "nach dem Rechten". Ehrenamtlich betreut er seinen inzwischen 93-jährigen Senior-Chef, der nach einer schweren Krankheit einige Hilfe benötigt. Aber als Krankenpfleger sieht er sich selbst nicht, eher als Unterhalter. Und das dürfte dem Karnevalisten mit Leib und Seele wahrlich nicht besonders schwer fallen.
Auch an Ideen mangelt es Lutz Müller, der im nächsten Jahr mit seiner Frau Monika Goldene Hochzeit feiern wird, nicht: Statt des Prinzentreffens, das ja regelmäßig stattfindet, plant er für den 19. Februar ein Treffen aller Solinger Ex-Prinzenpaare, zu dem natürlich auch die Präsidenten und Vorsitzenden aller Solinger Karnevalsvereine eingeladen werden sollen.
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