Solingen: Kein Salon für grüne Strähnen
VON PIA BERGMEISTER - zuletzt aktualisiert: 24.08.2010Solingen (RPO). Friseurin Margret Zafred hat sich auf Kundinnen jenseits der 50 spezialisiert. In ihrem Salon mit " viel Herz und Zeit" fühlen sich ältere Kundinnen wohl und bekommen neben Kaffee und Kakao auch mal eine warme Suppe.
Wo sonst im Schaufenster eines Friseursalons Fotos von jungen Menschen mit Trendfrisuren hängen, zeigt Margret Zafred vom "Salon Margret", Unter St. Clemens 36, die Aufnahme von fröhlichen Senioren. Gardinen vermitteln Gemütlichkeit und Privatsphäre. "Ich bin keine Friseurin für grüne Strähnchen", sagt Zafred ganz offen. Sie hat sich auf die Generation über fünfzig spezialisiert. "Das heißt natürlich nicht, dass junge Menschen nicht ebenso willkommen wären", betont die 50-Jährige. Sie begann 1975 als Lehrling in dem Traditionsbetrieb. Seit 24 Jahren ist Margret Zafred Inhaberin des Salons. Besonders gerne arbeitet sie mit älteren Menschen zusammen. "Ich habe festgestellt, dass Senioren als Klientel für Friseursalons oft nicht altersgerecht angesprochen werden." Sie hingegen werbe für ihren Laden mit dem Versprechen, "ein Salon der alten Schule mit viel Herz und Zeit" zu sein. Schon während ihrer Lehre hatte der Salon überwiegend ältere Kunden.
Innovatives Konzept
Das Konzept von Margret Zafred, sich als Friseurin auf die Bedürfnisse von Senioren zu spezialisieren, ist innovativ. Meist werden sonst speziell für Senioren nur mobile Friseurleistungen angeboten, bei denen Kunden zu Hause frisiert werden.
Auf Ältere zugeschnitten
Schnell erkannte Margret Zafred die Vorteile: "Ältere Menschen sind tolle, zuverlässige Kunden", weiß sie. In Zeiten, in denen ältere Menschen einen immer größeren Anteil der Gesamtbevölkerung ausmachten, werde es Zeit, auf sie zugeschnittene Angebote zu entwerfen. Der Salon Margret hat fast nur Stammkunden, die von der Inhaberin und ihrer Kollegin bedient werden. Viele von ihnen besuchen das Geschäft schon seit Jahrzehnten.
Die Atmosphäre strahlt Vertrautheit aus, jeder kennt jeden. Zeit für ein nettes Gespräch ist immer. Eine Anmeldung ist nicht notwenig. Kommt eine Kundin jedoch entgegen ihrer Gewohnheit einmal nicht regelmäßig, macht sich Margret Zafred Sorgen: "Ich fühle mich verantwortlich für meine Kunden und rufe sie auch privat an, wenn etwas nicht in Ordnung zu sein scheint."
Service ist der Saloninhaberin ohnehin ein großes Anliegen. In Alltagsfragen hilft sie ebenso gerne wie beim Anziehen des Mantels oder Bewegungsproblemen. Im Laden steht oft ein ganzer Fuhrpark von Rollatoren. "Eine Kundin habe ich sogar im Altersheim besucht", erzählt Margret Zafred. Im Winter kann es vorkommen, dass sie eine Suppe oder Kakao für ihre Kunden im Damen- und Herrensalon kocht. Auf dem Kopf geht es eher praktisch zu. Gefragt sind neben Dauerwellen klassische Schnitte und dezente Farben. "Es ist wichtig, auch ohne viele Erklärungen genau den Geschmack der Kunden zu treffen." Doch nicht nur Senioren schätzen das Konzept: "Ein etwa 40-jähriger Kunde kommt extra aus Köln, weil er den Service und das Können jenseits von viel Tamtam schätzt."
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