Solingen: „Keine Alarmstimmung“
VON GÜNTER TEWES - zuletzt aktualisiert: 13.10.2007Solingen (RPO). Zehn Prozent mehr Rettungsdienst-, 20 Prozent mehr Feuerwehreinsätze als erwartet – jetzt soll schnell geklärt werden, ob die gemeinsame Feuerwehrleitstelle mit Wuppertal zusätzliches Personal braucht. Ein Interview mit Ordnungsdezernent Ralf Weeke.
Herrscht Alarmstimmung in der neuen Feuerwehrleitstelle? Immerhin hat kürzlich eine der drei Wachabteilungen – sie umfasst jeweils rund elf Köpfe – einen geharnischten Brief an die Vorgesetzten losgeschickt, weil sich in der besagten Schicht in den ersten fünf Monaten bereits über 1000 Überstunden angesammelt haben?
Weeke Die Anzeige wegen Arbeitsüberlastung hat mich überrascht, weil ich vorher keinerlei Hinweise darauf erhalten habe. Das Lancieren an die Öffentlichkeit hat mich geärgert, weil das eine klassische Angelegenheit ist, die zwingend Leitstellen-intern zu lösen ist. Insofern herrscht auch keine Alarmstimmung, weil die anderen beiden Wachabteilungen nicht ansatzweise vergleichbar viele Überstunden angesammelt haben.
Wie viele Überstunden sind denn zusammengekommen?
Weeke Die Wachabteilung I hat nach eigenen Angaben 1082 Überstunden. In den Wachabteilungen II und III sind es 92 beziehungsweise neun Überstunden. Das zeigt, es handelt sich wirklich nur um ein Problem von einer der drei Wachabteilungen.
Wie konnte das passieren?
Weeke Zwei Disponenten der Wachabteilung I sind krankheits- und lehrgangsbedingt ausgefallen. Das wird jetzt gelöst, indem Vertreter für die Leitstelle zur Verfügung gestellt werden. Sie werden nun eingesetzt, damit die Überstunden abgebaut werden können. Das ist ja ein Vorteil der gemeinsamen Leitstelle – weil: je größer der Personalbestand ist, desto höher ist auch die Flexibilität, was den Ausgleich solcher Arbeitsspitzen angeht.
Müsste wegen des Arbeitsaufkommens zusätzliches Personal eingestellt werden?
Weeke Wir haben wie angekündigt das Anrufaufkommen nach sechs Monaten ausgewertet. Das Ergebnis ist in der Tat, dass wir entgegen der gutachterlichen Annahme eine deutliche Steigerung bei den Einsätzen hatten. Die Rettungsdiensteinsätze stiegen um zehn und die Feuerwehreinsätze um 20 Prozent. Es gibt aber auch eine gegenläufige Entwicklung: Die sonstigen Anrufe, etwa mit Fragen nach dem Apothekennotdienst, sind deutlich weniger geworden, als vom Gutachter geplant. Sie sind erstaunlicherweise um 70 Prozent zurückgegangen. Wir müssen diese Zahlen jetzt genau prüfen, bevor wir beim Personal nachsteuern und zusätzliche Disponenten einsetzen.
Wie lange wird das dauern?
Weeke Nicht länger als einige Wochen. Dann muss das klar sein.
Das komplette Interview lesen Sie heute in der Printausgabe.
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