Solingen: Keine Vereinsmeierei
VON MICHAEL TESCH - zuletzt aktualisiert: 12.06.2007Solingen (RPO). Am 16. Juni ist im Rahmen des Bergischen Kurzfilmfestivals im Wuppertaler „Cinema“ auch der Film „Besser tot als nie“ zu sehen. Darsteller des Einpersonenstücks ist der Solinger Schauspieler Thorsten Hamer.
Kurzfilmfestival
Einlass für das Bergische Kurzfilmfestival am Samstag, 16. Juni, im Wuppertaler „Cinema“ (Berliner Straße 88) ist um 19 Uhr.
Die Veranstaltung beginnt um 20 Uhr und endet gegen 22.30 Uhr. Auf der After-Show-Party steht das „filmtal“-Team den Besuchern zur Diskussion über den Film „Besser tot als nie“ zur Verfügung.
„Nur wer mitmacht, ist dabei“ – so lautet das Motto der von Udo Peters gegründeten Initiative „filmtal“. Eine Initiative für Menschen, die unabhängig von ihrem Beruf (Kurz-)Filme drehen. Peters ist Hersteller von Grabsteinprüfgeräten. Vor drei Jahren kaufte er sich einen Camcorder, um einen Schulungsfilm für seine Prüfgeräte zu drehen. Peters besorgte sich Bücher über Filmtheorie und erwarb sich im Selbststudium die nötigen Kenntnisse, „die man braucht, um Filme zu drehen“.
Mitte 2006 begann Peters mit den Aufnahmen zu seinem ersten Kurzfilm („The Flying Dart“). „Leider konnte der Film nicht zu Ende gedreht werden, da einer der Hauptdarsteller zur Bundeswehr musste“, erzählt Peters. Doch der Unternehmer zog eine Erkenntnis aus dem Versuch: „Dass es durchaus möglich ist, dass auch Berufsfremde ein Filmteam bilden können und viele interessante Geschichten in den Köpfen der Menschen stecken, die verfilmt werden können.“ Also gründete der 50-jährige Peters „filmtal“, eine Initiative für alle, „die gerne einmal bei einer Filmproduktion mitmachen wollen“. Die Grundsätze von „filmtal“ lauten: Keine kommerzielle Ausrichtung, keine Vereinsmeierei, keine Ausgrenzung von Geschlechtern oder Altersgruppen.
Ungewöhnliches Casting
Das Filmteam für „Besser tot als nie“, der in zehn Minuten Laufzeit zeigt, welche Auswirkungen die Trennung der Eltern auf ein Kind haben können, stellte Peters auf recht ungewöhnliche Art und Weise zusammen. Nachdem er den Solinger Laiendarsteller Thorsten Hamer – bekannt durch seine Heinz-Erhardt-Parodien und Programme – kennen gelernt und für das Filmprojekt begeistern konnte, machte sich Peters auf die Suche nach einer Filmcrew. In Solingen sprach er nach einer Aufführung von Hamer die Taxifahrerin Regina Skergat an, ob sie mitmachen wolle, in einem kleinen Laden in Wuppertal die Speditionskauffrau Barbara Vassallo – die ebenfalls ja sagte. Und Dirk Felder, der Peters immer die Pakete in sein Unternehmen für Grabsteinprüfgeräte liefert, wurde als Tonmeister rekrutiert. Die Crew war zusammen, wie aber sollte der Film aussehen? „Aus den Überlegungen, in welchen Szenen Hamer sein Können präsentieren könnte, entstand das Drehbuch zu ,Besser tot als nie’, welcher im April innerhalb eines Tages verfilmt wurde“, erklärt Peters.
Die Präsentation am 16. Juni im Wuppertaler „Cinema“ (Berliner Straße 88) soll nicht die einzige öffentliche Aufführung von Peters erstem richtigen Kurzfilm bleiben. „Derzeit wird der Film auch bei weiteren Kurzfilmfestivals im In- und Ausland angemeldet.“
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