Solingen: Klinikum löst Arbeitsvertrag
VON G. TEWES UND A. RÖHRIG - zuletzt aktualisiert: 15.02.2011Solingen (RPO). Ein anonymer Brief hatte den Stein im Januar ins Rollen gebracht: Nach nur eineinhalb Jahren Dienstzeit nimmt der Gebäudemanager des Klinikums seinen Hut. Der Aufsichtsrat wurde gestern informiert.
Beim Arbeitsklima krankt das Städtische Klinikum. Die Welle die Vorwürfe und anonymen Briefe wegen der schlechten Stimmung in dem Krankenhaus mit 1800 Mitarbeitern hat jetzt sogar dazu geführt, dass ein leitender Mitarbeiter der Geschäftsführung seinen Platz räumen muss. Klinikum sowie der für die gesamte Gebäudebetreuung zuständige Manager haben sich auf einen Auflösungsvertrag zum 30. Juni dieses Jahres geeinigt.
Die Trennung erfolge im gegenseitigen Einvernehmen, berichtet Personaldirektor Hermann-Josef Bökmann auf Anfrage unserer Zeitung. Gestern am späten Nachmittag wurde der Aufsichtsrat in einer emotional aufgeladenen Sitzung über den Auflösungsvertrag in Kenntnis gesetzt. Niemand wollte gegenüber unserer Zeitung hinterher Stellung beziehen. So ging auch die Sprecherin des Klinikums, Karin Morawietz – entgegen einer Absprache – nicht ans Telefon.
Brisant: Der Gebäudemanager hat auf Gästekarte in der Küche des Klinikums gegessen. Dies, so hieß es gestern, "ist absolut unüblich". Mitarbeiter würden hier nämlich sehr wohl ihre Speisen und Getränke selbst bezahlen. Die Gästekarte ist hingegen für Geschäftspartner des Krankenhauses, aber auch für Gäste der Geschäftsleitung bestimmt, die dienstlich an der Gotenstraße zu Besuch seien und bei der Gelegenheit zum Essen auf Hauskosten eingeladen würden.
Seit eineinhalb Jahren arbeitet der Gebäudemanager erst im Klinikum. Er ist nicht nur für die Krankenhausbauten, sondern auch die der Servicebetriebe wie Wäscherei, Küche, Transport- sowie Rettungsdienst verantwortlich. Und er ist ein enger Mitarbeiter von Klinikums-Geschäftsführer Hans-Joachim Fietz-Mahlow, der zuletzt wegen der Arbeitsbedingungen in der Kritik gestanden hatte.
Den Auflösungsvertrag mit dem Gebäudemanager ins Rollen gebraucht hat ein anonymer Brief im Januar. Von einem "Selbstbedienungsladen" war darin die Rede. Adressiert war der Brief mit der Dienstaufsichtsbeschwerde gegen den Manager an Oberbürgermeister Norbert Feith und Aufsichtsratsvorsitzender Michael Bender.
Daraufhin ist der städtische Revisionsdienst eingeschaltet worden und die Verpflegung auf Hauskosten ans Licht gekommen. Der Gebäudemanager soll dies eingeräumt haben. Ob sich gegen ihn noch weitreichendere Anschuldigungen – wie in dem anonymen Brief erhoben – bestätigen, prüft derzeit der Revisionsdienst sowie die Staatsanwaltschaft, die ein Ermittlungsverfahren eingeleitet hat. Vorwurf: Der Gebäudemanager soll auswärtige Handwerker aus seinem eigenen Umfeld gegenüber Solinger Betrieben bevorzugt haben.
Personaldirektor Bökmann appelliert, die Ergebnisse der Untersuchungen abzuwarten. Seit zwei Wochen prüft der Revisionsdienst hier. Der Ergebnisse werden noch in diesem Frühjahr erwartet.
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