Solingen: Kohls will Altenheime stärker spezialisieren
VON SUSANNE GENATH - zuletzt aktualisiert: 26.09.2009Solingen (RPO). Ideen für die drei städtischen Altenheime hat Martin Kohls jede Menge. Zum Beispiel geschlossene Demenzabteilungen, aus denen verwirrte alte Menschen nicht mehr weglaufen können. Oder Abteilungen für junge Pflegebedürftige, wie Unfallopfer oder Multiple-Sklerose-Patienten. Oder Kurzzeitpflege-Plätze. Spezialisierung sei gefragt. Noch dieses Jahr will der designierte neue Leiter der Altenzentren seine Stelle antreten. "Die Häuser selbst kenne ich noch nicht", sagt der 48-jährige Bochumer. Seit Oktober 2007 leitet er die Ohligser Seniorenresidenz Senvital.
Das teilweise veraltete Gerhard-Berting-Haus würde der Vater eines 19-jährigen Sohnes gerne an seinem jetzigen Standort an der Altenhofer Straße belassen. "Ich stelle mir so etwas wie in Bethanien vor", sagt der ausgebildete Altenpfleger. "Einen Umbau plus einen Neubau mit betreutem Wohnen." Das große Grundstück biete genügend Möglichkeiten.
Entschieden ist über die Zukunft des Walder Altenheims ohnehin noch nicht. "Auch nach der Umwandlung der Altenzentren in eine GmbH müssen die Pläne erst den Politikern vorgelegt werden", erklärt Sozialdezernent Robert Krumbein. Wie die Entscheidungsgremien besetzt werden, sei allerdings noch offen. Fest stehe hingegen, dass auf die Altenheime als GmbH zusätzliche Steuerbelastungen von 80 000 bis 110 000 Euro pro Jahr hinzukommen. "Dafür muss die GmbH aber keine Konzernumlage mehr zahlen, die bisher 130 000 bis 150 000 Euro im Jahr betrug."
Mit der Konzernumlage ist das allerdings so eine Sache. "Sie darf grundsätzlich nicht auf eigenständige Gesellschaften abgewälzt werden", sagt Kai Dahlmann, Geschäftsführer der Beteiligungsgesellschaft Stadt Solingen (BSG), die sich um das Beteiligungsmanagement der Stadt kümmert. Wohl aber auf den Eigenbetrieb, in dem künftig die Grundstücke und Gebäude der Altenheime zusammengefasst sind. Dessen Konzernumlage dürfte sich laut Dahlmann im Vergleich zu heute jedoch verringern, weil die Zentralverwaltung künftig tatsächlich weniger Leistung für die städtischen Altenheime zu erbringen habe.
Umso mehr wird von den Altenheimen erwartet. "Bisher war geplant, das Defizit der drei Häuser von jetzt 270 000 Euro bis 2013 auf Null zu bringen", sagt Robert Krumbein. Dies müsse jetzt schneller geschehen. "Sonst müsste die GmbH Insolvenz anmelden. Denn sie hat ja ohne die Gebäude und Grundstücke – die der Eigenbetrieb ihr nur verpachtet – kein eigenes Vermögen, das sie auf Dauer derartigen Verlusten gegenüberstellen kann."
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