Solingen: Kultur verbindet die Kulturen
VON ANNEMARIE KISTER-PREUSS - zuletzt aktualisiert: 10.12.2009Solingen (RPO). Zum vierten Mal findet heute der Integrationskongress mit rund 500 Teilnehmern aus ganz
Nordrhein-Westfalen in Solingen statt. In diesem Jahr ist das Motto "Integration und Kultur".Wenn Fabakary Jobateh von seinem Trommelprojekt spricht, gerät er ins Schwärmen. Der junge Mann aus Gambia stellt immer wieder fest, dass Menschen aus verschiedensten Ländern beim Trommeln ihre Ängste überwinden. Ängste, in einer fremden Sprache zu sprechen und dabei Fehler zu machen zum Beispiel. "Trommeln erhöht aber auch die Teamfähigkeit und die soziale Kompetenz", sagt Fabakary Jobateh, und er ist überzeugt, dass Trommeln außerdem hilft, Aggressionen abzubauen und das Leben mit positiven Gedanken zu erfüllen. Beim Integrationskongress, der heute im Theater und Konzerthaus stattfindet, können sich die rund 500 Teilnehmer aus ganz NRW ein Bild davon machen, denn der Gambier wird mit seiner Trommelgruppe Thiosan eine Kostprobe geben.
Integrationsminister Armin Laschet eröffnet den Kongress heute um 10 Uhr. Im Laufe des Tages sollen dann aus unterschiedlichen Blickwinkeln die Zusammenhänge zwischen Zuwanderung, Kultur und Integration beleuchtet werden. Vorgestellt wird eine Studie zu den Milieus, aus denen Migranten kommen ebenso wie ein Theaterprojekt von Schauspiel Essen und Schauspielhaus Bochum.
Solingen stellt sich dar
Natürlich werden auch die vielfältigen interkulturellen Aktivitäten in der Stadt Solingen präsentiert, vom Sprachcamp der RAA bis zur zweisprachigen Leseförderung für Kinder. Oder von speziellen Kulturveranstaltung für Menschen mit Migrationshintergrund. Damit hat Kulturbüroleiter Hans Knopper so seine ganz eigenen Erfahrungen gemacht. Zum Beispiel, wenn es um ein Angebot für Menschen aus der Türkei geht. "Das braucht zum Beispiel einen viel längeren Vorlauf, und wenn wir diesem Personenkreis Einladungen schicken, müssen wir erläutern, dass Einladung nicht bedeutet, dass die Veranstaltung nichts kostet", erläutert Hans Knopper, der sich auch in Zukunft bemühen will, Menschen zu erreichen, die sonst nicht teilhaben am städtischen Kulturangebot.
Leben braucht Vielfalt ein Erfolg
Ein Beispiel, wie Integration bestens funktioniert, ist das Fest "Leben braucht Vielfalt", an dem inzwischen über 120 Gruppen teilnehmen. "Viele fragen jetzt schon, wann im nächsten Jahr der Termin ist", berichtet Anne Wehkamp.
Zu 100 Prozent aus Menschen mit Migrationshintergrund besteht der Vorstand des Jugendstadtrates, der sich ebenfalls heute präsentieren wird am Solinger Infostand. "Wir integrieren alles, was uns entgegenkommt, aber wir tolerieren keine Intoleranz", sagte gestern Fabian Bologna aus dem Vorstand des Gremiums.
Weitere Beispiele für Integration sind das Mehrgenerationenhaus und das Rollhaus, beide in der Nordstadt gelegen.
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