Solingen: Lapawas Bruder ersteigert Haus in Gräfrath
VON MAXINE HERDER - zuletzt aktualisiert: 30.04.2011Solingen (RPO). Um 10.39 Uhr gestern Morgen erteilte Rechtspfleger Günther Schmitz den Zuschlag in der Zwangsversteigerung des Wohn- und Geschäftshauses am Gräfrather Markt 2.
Für 315 000 Euro geht das Gebäude, in dem sich zuletzt das Restaurant Paparazzi befunden hat, an den Geschäftsführer der Nivag Handelsgesellschaft.
Dass bereits ein Raunen durch die Reihen des gut besetzten Saals 105 des Amtsgerichts ging, als jener Mann um kurz vor zehn den Raum betreten hatte, hatte dabei weniger mit ihm selbst, als mit seiner Begleitung zu tun, mit der an diesem Tag zugleich die meisten gerechnet haben mögen: Siegfried Lapawa, Chef der Silag Handel AG und Besitzer diverser Immobilien im historischen Kern von Gräfrath. Und, wie er nach der Versteigerung verriet, der Bruder des neuen Besitzers des Gräfrather Wohn- und Geschäftshauses, Hans-Hermann Lapawa.
"Mein Bruder ist der Geschäftsführer der Nivag Handelsgesellschaft, einem Tochterunternehmen von Silag", berichtet Siegfried Lapawa, er selbst sei nur als Zuschauer zur Versteigerung gekommen. So auskunftsfreudig gab sich Hans-Hermann Lapawa nicht: Er wolle erst einmal eine Nacht über den Kauf schlafen, einen weiteren Kommentar gebe er nicht ab. Dabei hatte er sich kurz zuvor noch einen wahren Bieterwettstreit mit einer weiteren Interessentin geliefert: Nachdem die Versteigerung durch die Stadtsparkasse Haan als Gläubiger mit dem Startgebot des Verkaufswertes von 210 000 Euro eröffnet wurde und zunächst vor allem durch ausgiebiges Schweigen gekennzeichnet war, erhöhte sich der Preis in den letzten fünf Minuten von 245 000 Euro auf dann 315 000 Euro.
Bei dem versteigerten Gebäude handelt es sich um ein Wohnhaus aus dem Jahr 1920, im Erdgeschoss befindet sich eine Gaststätte. Es liegt zwischen dem Hotel zur Post, das Siegfried Lapawa Ende 2007 gekauft hat, und dem Haus am Gräfrather Markt 3, das Lapawa ebenfalls gehört und in dem er Appartements für die Schüler der Süßwarenfachschule baut. Auch das Hotel Gräfrather Hof mit dem Restaurant Florian gehört dem Unternehmer.
Darüber hinaus besitzt Siegfried Lapawa in Gräfrath die Gaststätte Klosterbräu, das ehemalige Meiers, den Sternensaal, den Bahnhof und die alte Bäckerei sowie mehrere Grundstücke, unter anderem das Speditionsgelände an der Wuppertaler Straße. Derzeit soll er einziger Interessent für ein Haus an der Stiftsgasse sein. Das Misstrauen gegenüber der Lapawa'schen Übernahmelawine ist hoch, immer wieder gab es Kritik von Seiten der Politik, der Gastronomie und des Einzelhandels.
Gaststätte schnell eröffnen
"Es muss alles vernünftig entwickelt werden", sagt der Gräfrather Bezirksvorsteher Udo Vogtländer, "aber es dauert immer alles, der Plan scheint zu fehlen." Das Erscheinungsbild durch die Leerstände sei nicht schön. "Wünschenswert wäre, dass die Gaststätte am Gräfrather Markt 2 so schnell wie möglich wieder öffnet und die gastronomische Palette erweitert wird, beispielsweise durch ein asiatisches Restaurant."
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