Solingen: Laschet: "Einbürgerung ist wichtig"
VON SUSANNE GENATH - zuletzt aktualisiert: 06.07.2010Solingen (RPO). Zu Solingen hat der bisherige NRW-Integrationsminister Armin Laschet (CDU) eine besondere Beziehung. "Eine meiner ersten Amtshandlungen vor fünf Jahren war es, das Landeszentrum für Zuwanderung in Ohligs zuzumachen und die Leute nach Düsseldorf zu holen", berichtete der 49-Jährige beim Besuch unserer Redaktion.
Das 1998 eröffnete Institut war mit seinem zwölfköpfigen interdisziplinär und international besetzten Team einmalig in Deutschland.
Eine Abkehr von Solingen, wie von einigen befürchtet, habe dies aber nicht bedeutet. "Ich wollte für die Integrationsarbeit alle Kräfte in Düsseldorf bündeln", erklärt Laschet. Und um die Klingenstadt nicht in Vergessenheit geraten zu lassen, habe er dafür gesorgt, dass nun der jährliche Integrationskongress hier stattfindet – im November 2006 zum ersten Mal. Heute tritt der studierte Jurist gegen seinen Parteifreund Karl-Josef Laumann um den Posten als Vorsitzender der CDU-Landtagsfraktion an.
Mit Solingen verbindet Armin Laschet aber auch die Familie Genç, die sich seit dem Brandanschlag vorbildlich für ein besseres Miteinander zwischen Deutschen und Zuwanderern einsetze. "Als ich sie das erste Mal besucht habe, hat mich Cem Özdemir begleitet und mir erklärt, wie ich mich zu verhalten habe, zum Beispiel die Schuhe in der Wohnung auszuziehen", erzählt der gebürtige Aachener.
Gräber in Mercimek besucht
Er habe auch die Gräber der Brandanschlagsopfer in Mercimek, dem türkischen Heimatort der Familie Genç, besucht. Und dort habe ihn besonders beeindruckt, wie ein Sohn am Ende eines dreiwöchigen Aufenthaltes dort gesagt habe: "Ich freue mich, wenn es wieder nach Hause geht." Denn damit habe er Solingen gemeint.
Integration ist nach Meinung von Armin Laschet ein dominierendes Thema im Ministerium für Generationen, Familie, Frauen und Integration des Landes Nordrhein-Westfalen geworden. Eine Entwicklung, die vor fünf Jahren noch keiner so vermutet habe. Daher liege ihm – auch wenn er durch den Regierungswechsel in NRW künftig nicht mehr für das Ministerium zuständig sein wird – sehr daran, dass sich Ausländer einbürgern lassen.
"Einbürgerung führt nicht automatisch zur Integration, aber es ist gut, wenn die Leute hier mitreden, wählen gehen und sich mit dem Staat identifizieren", sagt er. Daher begrüße er die geplante Einbürgerungskampagne in der Klingenstadt. Dass die Einbürgerungszahlen in Solingen zurzeit stagnieren, hält er noch nicht für ein Alarmzeichen. Dies liege vielmehr an den Einbürgerungsregeln. "Wir sind noch nicht konsequent genug", erklärt Laschet. "Es gibt für so viele Länder Ausnahmen, dass im Prinzip die Türken jetzt die einzigen sind, die keine doppelte Staatsangehörigkeit erhalten können."
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