Solingen: Leitstelle: Feilen an der Optimierung
zuletzt aktualisiert: 06.02.2008Solingen (RPO). Vor knapp einem Jahr ging die gemeinsame Feuerwehr-Leitstelle von Solingen und Wuppertal ans Netz. Doch noch sind nicht alle Kinderkrankheiten behoben. In der Sitzung des Haupt- und Kulturausschusses am 14. Februar wird der zuständige Dezernent Ralf Weeke der Politik den neuesten Sachstand vermelden: Die Leitstellentechnik läuft im Wesentlichen stabil und störungsfrei. Die geforderten Funktionalitäten sind weitgehend erfüllt.
In die falsche Stadt geschickt
Doch noch läuft nicht alles im Betrieb störungsfrei, wird Weeke die Politik – darunter, wie die Bürgergemeinschaft für Solingen, auch heftige Kritiker der Leitstellen-Zusammenlegung – im Ausschuss öffentlich informieren. Bei der Technik hapert es beispielsweise noch an Bedienungs-Komfort und -Sicherheit. Aber auch bei den Einsätzen passieren hin und wieder noch Fehler.
So schickte ein Leitstellen-Disponent am 11. Januar 2008 den Rettungswagen nach Solingen zur Weyerstraße. Die Alarmierung über Handy hatte über eine gestürzte Person mit Nasenbluten auf der Weiherstraße informiert. Da die „ausdrücklich vorgeschriebene Rückfrage zum Einsatzort“ unterblieben sei, kam es zu einem verspäteten (zirka zehn Minuten) Eintreffen des Rettungswagens in Wuppertal. Alle Disponenten seien wiederholt und mit allem Nachdruck darauf hingewiesen worden, dass in jedem Fall eine Abfrage der entsprechenden Stadt zu erfolgen habe, heißt es in der Ausschuss-Unterlage. Eine Nachbesprechung des Einsatzes habe in aller Deutlichkeit stattgefunden. Zusätzlich sei erneut eine schriftliche Anweisung zu diesem Thema erfolgt.
Zudem hatte die Ehefrau eines nach einem Rettungseinsatz am 4. November Verstorbenen über ihren Anwalt Akteneinsicht verlangt. Bei diesem Fall handele es sich nicht um die Vorkommnisse eines verstorbenen Patienten von der Löhdorfer Straße. Weil alle Solinger und Wuppertaler Notärzte in Einsätzen gebunden gewesen seien, sei dieser erst später nach dem Rettungswagen eingetroffen, der Mann trotzdem einige Tage später an seiner Erkrankung verstorben, berichtete der Wuppertaler Feuerwehrchef Siegfried Brütsch auf Anfrage.
Wo es zudem auch noch hakt, ist an der unterschiedlichen Vorgehensweise bei der Einsatzdisposition. Auch wenn die Angleichung und Harmonisierung mit höchster Priorität weiter voran getrieben werde, gebe es insbesondere im Bereich des Solinger Leitstellenpersonals „Unsicherheiten und Unzufriedenheiten“ bei der in Jahren gewachsenen unterschiedlichen Herangehensweise insbesondere im Rettungsdienst und Krankentransport. Diese von den Mitarbeitern oft noch als belastend empfundene Situation werde mit Arbeitsgruppen gegebenenfalls unter externer Begleitung begegnet, so Weeke.
Und: „Das Projekt liegt nach wie vor im geplanten Finanzrahmen“, heißt es in der Vorlage.
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