Solingen: Lone Star hat drei Postgebäude
VON SUSANNE GENATH - zuletzt aktualisiert: 04.09.2008Solingen (RPO). Die Deutsche Post hat nicht nur das Haus in Ohligs an den US-Finanzinvestor verkauft, sondern auch die Gebäude der Filiale in Wald und der Hauptstelle in Solingen-Mitte.
Der US-Finanzinvestor Lone Star hat nicht nur das Postgebäude in Ohligs, sondern auch das Gebäude der Hauptpost an der Kölner Straße sowie das Haus an der Poststraße in Wald gekauft, teilt die Deutsche Post auf Anfrage unserer Zeitung mit. Die drei Gebäude gehören zu insgesamt 1267 Immobilien, die der amerikanische Investor von der Post erworben hat. „Der entsprechende Vertrag wurde am 1. April geschlossen und ist seit 1. Juli wirksam“, berichtet Postsprecher Dieter Pietruck. „Lone Star hat über eine Milliarde Euro für die über 1000 Gebäude bezahlt.“ Vor kurzem hatte das US-Unternehmen die Industriebank IKB gekauft. Von Gegnern der Finanzinvestment-Branche wird es gern als „Heuschrecke“ bezeichnet.
Nach Angaben von Lone Star werden die Häuser zwar eigentlich im bisherigen Umfang von der Post langfristig zurückgemietet. Die geplanten Schließlungen der Filialen in Wald und Ohligs seien dennoch möglich, erklärt Pietruck. „Die Mietverträge sind flexibel gehalten. Es ist mit Lone Star vereinbart worden, dass wir die Gebäude nicht weiter mieten müssen, wenn wir sie nicht mehr brauchen.“ Ohnehin solle die Ohligser Filiale nach bisherigen Planungen nicht komplett aufgegeben werden. „Die Briefträger werden weiterhin darin bleiben.“
„Unterhalt der Häuser zu teuer“
Für die Post rechne sich das Verkaufen und Zurückmieten der Gebäude, auf Englisch auch „sale and lease back“ genannt. „Börsennotierte Unternehmen haben kaum noch Immobilien“, erklärt Dieter Pietruck. „Auch unsere Controller haben uns vorgerechnet, dass es günstiger ist, die Gebäude nur zu mieten, anstatt sie zu besitzen und unterhalten zu müssen.“
Das eingesparte Geld lasse sich besser woanders investieren, zum Beispiel im Paketbereich, in dem sich die Post flächendeckender aufstellen wolle. „Ziel ist es, dass 90 Prozent aller Kunden nur noch zehn Minuten bis zur nächsten Paketstelle laufen müssen.“ Dafür würden bis 2009 bundesweit 1500 zusätzliche Paketautomaten errichtet. Kosten sparen wolle die Post auch damit, eigene Filialen zu schließen und die postalischen Dienste statt dessen in ortsansässigen Einzelhandelsgeschäften – so genannten Postagenturen – anzusiedeln. „Grundsätzlich kommen zwar nicht weniger Kunden in unsere Filialen, aber sie erledigen dort mittlerweile hauptsächlich Dinge, mit denen wir kein Geld verdienen, wie Pakete oder Einschreiben abholen.“
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