Solingen: Milder Winter entspannt Baufirmen
zuletzt aktualisiert: 13.01.2007Solingen (RPO). Dank des milden Wetters müssen die Baufirmen keine Winterpause einlegen. Susanne Genath sprach darüber mit Kai Buschhaus, Obermeister der Baugewerbe-Innung.
Wie läuft das Geschäft für die Baufirmen im Moment?
Buschhaus Das Wetter ist für uns sehr vorteilhaft. Wir freuen uns alle darüber. Konnten wir im vergangenen Jahr durch den harten Winter drei Monate lang fast nichts machen, können wir jetzt durcharbeiten.
Bekommen Sie mehr Aufträge?
Buschhaus Nein, die Auftragslage ist unverändert. Wir arbeiten zurzeit die Aufträge aus dem Vorjahr ab. Es kommen zwar auch – wie üblich – neue hinzu, aber die beginnen erst im Frühjahr. Wer bauen will, baut selten im Winter. Die Pläne sind daher auf das Frühjahr ausgerichtet. Aber insgesamt wird das Geschäft durch den milden Winter entspannter.
Inwiefern?
Buschhaus Im vergangenen Sommer hatte das Baugewerbe einen kleinen Kollaps erlitten, weil die Arbeiten, die sich im Winter aufgestaut hatten, ebenso erledigt werden mussten wie die neuen Aufträge. Wenn es keinen Wintereinbruch gibt, entzerren sich die Arbeiten und wir haben dadurch keine finanziellen Engpässe.
Müssen Sie dafür zusätzliche Leute einstellen?
Buschhaus Nein. Viele Baufirmen haben aber im Sommer neue Mitarbeiter eingestellt, um die Aufträge bewältigen zu können. Durch den fehlenden Winter sind sie nun weiter beschäftigt. Normalerweise wären sie wohl wieder entlassen worden.
Bringt der ausbleibende Schnee denn andere Pläne durcheinander, zum Beispiel Urlaubsvorhaben?
Buschhaus Nein, die sind im Baugewerbe einheitlich geregelt. Zwischen Weihnachten und Neujahr wird nicht gearbeitet, meist auch nicht die erste Januarwoche. Die nächste Urlaubszeit ist dann erst wieder zu Ostern.
Das milde Wetter gibt auch Heimwerkern Gelegenheit, ihr Haus oder ihre Wohnung umzubauen. Häufen sich jetzt die Diebstähle auf Baustellen?
Buschhaus Nein, im Gegenteil. Dadurch, dass die Baustellen nicht brach liegen, ist die Zahl der Diebstähle sogar geringer als sonst, wenn Baustellen sechs oder acht Wochen unter Schneemassen begraben sind.
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