Solingen: Ministerin sagt Lehrer zu
VON GÜNTER TEWES - zuletzt aktualisiert: 03.09.2008Solingen (RPO). Die neuen Fünftklässler der Geschwister-Scholl-Gesamtschule starten mit dem Ganztag. Dafür gibt’s zusätzliche Lehrerstellen. Das hat Schulministerin Barbara Sommer gestern bei ihrem Blitzbesuch in Ohligs versprochen.
Drei Gesamtschulen
hat drei Gesamtschulen. Die Walder Friedrich-Albert-Lange-Gesamtschule, Altenhofer Straße, sowie die Gesamtschule Solingen in der City, Wupperstraße, laufen im Ganztagsbetrieb. Dagegen hat die Geschwister-Scholl-Gesamtschule mit den beiden Standorten Uhlandstraße und Querstraße bislang noch kein Ganztagsangebot.
Die Ohligser Geschwister-Scholl-Gesamtschule hat rund 1300 Schüler. Sie werden von gut 90 Lehrern unterrichtet.
Kaum hat Schulministerin Barbara Sommer den Pausenhof an der Uhlandstraße betreten, erläutert ihr Rektorin Ingeborg Friege auch schon das entscheidende Bauprojekt. Hier entstehe die neue Mensa, zeigt die Leiterin der Geschwister-Scholl-Gesamtschule auf die alten Umkleiden neben der Sporthalle. Die will die Stadt Solingen schon in den Herbstferien abreißen, um die erforderlichen Räume für den Ganztag zu bauen. Schon im Frühjahr nächsten Jahres soll der Anbau bezugsfertig sein. Dabei hatte Oberbürgermeister Franz Haug das Signal zum Baustart erst vor sechs Tagen bei seinem Gespräch mit der Schulministerin in Düsseldorf erwirkt.
Ganztag kommt schrittweise
Bei ihrem gestrigen Blitz-Gegenbesuch an der Ohligser Gesamtschule schaute sich die Ministerin aber nicht nur das Schulgelände und den Musikunterricht der Stringendo-Klasse 6a an, sondern hatte auch zusätzliche Lehrerstellen im Gepäck, um in den fertiggestellten Räumen dann tatsächlich den Ganztagsunterricht erteilen zu können.
Die Ganztag werde hier schrittweise aufgebaut. Die neuen Fünftklässler im nächsten Jahr würden damit starten, sagte Schulministerin Sommer. Dafür würden „ausreichend“ zusätzliche Lehrerstellen bereitgestellt. Zum Start könnten dies zwei weitere Pädagogen sein. Nach ihren Worten kommen im nächsten Schuljahr auch die derzeitigen Fünftklässler in den Genuss des Ganztags. Dies geschehe aber nicht in der gebundenen, sondern im Zuge der Übermittagbetreuung als offene Form.
„Dieser Kompromiss war vor vier Wochen für viele noch nicht denkbar“, freute sich Schulpflegschaftsvorsitzender Harald Krips mit spürbarer Erleichterung über das Verhandlungsergebnis. „Jetzt ist Phantasie angesagt.“ Er hat jedenfalls ein ziemlich gutes Gefühl bei den Ganztagschancen der derzeitigen Fünftklässler.
„Das war eine sehr konstruktive Gesprächsatmosphäre. Der Ministerin ist es wirklich ernst, den Bedürfnissen der Schule entgegen zu kommen“, sagte Rektorin Friege nach Sommers rund eineinhalbstündigem Besuch. Gemeinsam mit ihr an den Unterrichtspulten im Kunstraum an der Uhlandstraße saßen auch Eltern von der Schulpflegschaft, Jugendliche der Schülervertretung, Lehrer sowie die Landtagsabgeordneten Sylvia Löhrmann (Grüne) und Horst Westkämper – und zudem Oberbürgermeister Haug. Auch er ist hocherfreut über das Gesprächsergebnis: Noch vor kurzem sei die Tür versperrt gewesen. „Doch jetzt können wir bauen und im nächsten Jahr mit dem Ganztag an der Geschwister-Scholl-Gesamtschule starten“, sagte Haug unserer Zeitung.
20 Prozent mehr Lehrerstellen
Gut fünf zusätzliche Lehrerstellen bekäme die Scholle nach Einschätzung von Rektorin Friege insgesamt am Standort Uhlandstraße für den Ganztag aller 540 Kinder in den 18 Klassen der Jahrgangsstufen 5 bis 7. Denn das entspräche dem 20-prozentigen Lehrerstellenzuschlag, der für Ganztagsschulen üblich ist.
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