Solingen: Müllwerker stimmen neuem Tarifvertrag zu
zuletzt aktualisiert: 19.12.2009Solingen (RPO). Eine jährliche Zusatzzahlung von 1750 Euro pro Mann bei einer gleichzeitigen Leistungserhöhung von sieben Prozent, weil in Zukunft eine Kolonne wegfällt. Das sind die Eckdaten des neuen Tarifvertrags für die Solinger Entsorgungsbetriebe. Peter Schneider, für die Entsorgungsbranche zuständiger Sekretär der Gewerkschaft Verdi, hatte den ausgehandelten neuen Tarifvertrag den 68 Solinger Müllerwerker gestern präsentierte. Der Tarifstreit bei den Entsorgungsbetrieben ist damit beendet.
"Wir sind zufrieden", erklärte Schneider später im Gespräch mit unserer Zeitung, als er die Kollegen vor Ort über die Neuerungen in Kenntnis gesetzt hatte. "Es gab Erklärungsbedarf, aber die Müllwerker sind einverstanden." Besonders wichtig aus Sicht der Beschäftigten: Der jetzt ausgehandelte Haustarifvertrag, der nach der Kündigung des alten Kontrakts im vergangenen Jahr durch die Arbeitgeber nötig wurde (wir berichteten), gilt für alle Solinger Müllwerker. Auch jene, die nachträglich eingestellt wurden oder noch werden, sind damit bereits länger beschäftigten Kollegen gleichgestellt.Und so ist jene "Zwei-Klassen-Gesellschaft" vom Tisch, gegen die Verdi in der vergangenen Woche sogar mit einem Warnstreik zu Felde gezogen war.
Die Gewerkschaft wertete den jetzt erzielten Kompromiss, der bis zum 31. Dezember 2015 gelten soll, dementsprechend als vollen Erfolg. "Auch die Mitbestimmung ist erhalten geblieben", sagte Peter Schneider, der gleichwohl darauf verwies, dass auch die Arbeitnehmer hätten Kröten schlucken müssen. "Immerhin gibt es eine siebenprozentige Leistungserhöhung", stellte der Verdi-Mann klar, der vor allem auf die Arbeitsbelastung älterer Kollegen abhob. Schneider: "Die Mülltonnen sind oft schwerer als die eigentlich vorgesehenen 45 Kilo. Da ist es in diesem Knochenjob nicht leicht, solche Gewichte über mehrere Etagen zu schleppen."
Von ganz anderem Gewicht ist aber noch ein Problem, dem sich Verdi im kommenden Jahr zuwenden will. Nachdem im Zuge des Wechsels auf dem Chefsessel des Aufsichtsrats bei den Solinger Stadtwerken von Bernd Krebs (CDU) zu Manfred Krause (Grüne) das Thema Rekommunalisierung wieder verstärkt auf der politischen Agenda steht, plant die Gewerkschaft, nun eigene Initiativen. Verdi will auch angesichts der neu aufgeflammten Diskussion um einen Rückkauf der Stadtwerke-Anteile vom Mannheimer Versorger MVV Anfang des kommenden Jahres eine Veranstaltung zum Thema durchführen. Dabei geht es dann aber nicht allein um die Stadtwerke. "Wir brauchen eine neue Konzeption für den Konzern Stadt", forderte Schneider.
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