Solingen/Remscheid: Müngstener Busfahrt dauert länger
VON GÜNTER TEWES - zuletzt aktualisiert: 24.11.2010 - 13:31Solingen/Remscheid (RPO). Genügend Zeit müssen Bahnkunden der Regionalbahn RB 47 mitbringen. Denn der Müngstener verkehrt nicht wie gewohnt zwischen den bergischen Städten Solingen und Remscheid. Stattdessen müssen Fahrgäste seit einigen Tagen das Verkehrsmittel wechseln und eine Geduld aufbringen, die manchen Pendlern fehlt.
„Nun fahren sie endlich los“, raunzt eine Frau den Fahrer Andreas Taglewski am Bahnhof Mitte an. Nur, weil dieser noch kurz einen Fahrgast informiert, bevor er den Motor startet. Schienen-Ersatzverkehr heißt die von ihm gesteuerte Sonder-Verbindung nach Remscheid per Straße, denn der Müngstener kommt auf der Schiene wegen der Sperrung der Brücke nicht mehr weiter.
Zwei Züge früher nehmen
Raus aus der Bahn, zu Fuß weiter, rein in den Bus, einige Minuten warten, bis es endlich losgeht – und das Gleiche am Bahnhof Remscheid-Güldenwerth in umgekehrter Reihenfolge. Das kostet Zeit. Zeit, die angesichts der Anforderungen im Job eigentlich keiner erübrigen kann.
Marcel Kwiatkowski ist genervt, weil der Lenneper jeden Morgen zwei Züge früher nehmen muss, um rechtzeitig in Solingen am Arbeitsplatz zu sein. Hin- und Rückfahrt zusammengerechnet kalkuliert er jetzt täglich eine Stunde länger ein.
13 Minuten soll die Busfahrt von Solingen-Mitte nach Remscheid-Güldenwerth eigentlich dauern. Gefühlt dauert es eine halbe Ewigkeit. Mit der Bahn gehe es doch viel schneller, sagt Joachim Lohe. „Die fährt keine Umwege. Deshalb ist die Brücke so wichtig.“ Er kommt aus Ohligs, muss nach Remscheid zur Arbeit und hat am Mittwoch das erste Mal den Schienenersatzverkehr genutzt. Gespannt ist er nun, wie der Anschluss in Güldenwerth funktioniert.
Infos zum Schienenersatzverkehr
Bei Versprechungen der Bahn ist Joachim Lohe jetzt noch ein bisschen skeptischer geworden. „Warum wurden die Untersuchungen der Müngstener Brücke bis zur allerletzten Minute hinaus geschoben?“, betont er.
Klaus Becker begleitet Claudia Frie mit ihrem 20 Monate alten Sohn Lorenz im Kinderwagen vom Gleis zum Schienenersatzbus. Der Service-Mann der Bahn ist seit gestern – also am Tag sechs nach der Brückensperrung - am Bahnhof Mitte im Einsatz. Er gibt Infos, hilft, wo er kann. Das wird gebraucht.
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und Abellio Rail GmbH soll die Regionalbahn 47 betreiben.
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