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Solingen: Nach Brand jetzt Wiederaufbau

VON SUSANNE GENATH - zuletzt aktualisiert: 05.11.2009

Solingen (RPO). Ein 23-Jähriger hat vermutlich Anfang Oktober das Feuer gelegt, das die Räume des "Clubs Behinderter und ihrer Freunde" (CBF) an der Beethovenstraße zerstörte. Der Schaden wird auf rund eine halbe Million Euro geschätzt.

Völlig ausgebrannt ist das Vereinsheim des "Clubs Behinderter und ihrer Freunde" (CBF) an der Beethovenstraße in der Nacht zum 5. Oktober.   Foto: RPO
Völlig ausgebrannt ist das Vereinsheim des "Clubs Behinderter und ihrer Freunde" (CBF) an der Beethovenstraße in der Nacht zum 5. Oktober. Foto: RPO

Es ist eine Ironie des Schicksals: In der Nacht zum 5. Oktober hat vermutlich ein 23-Jähriger das Vereinsheim des "Clubs Behinderter und ihrer Freunde" (CBF) an der Beethovenstraße in Brand gesteckt – obwohl sich der ehemalige Mitarbeiter dort eigentlich immer wohl fühlte.

Laut Geschäftsführer Sven Hiby hatte der Mann, der als Ein-Euro-Jobber in dem Fahrdienst des Vereins tätig war, wohl familiäre Probleme. "Zu verstehen ist die Tat trotzdem nicht."

Der 23-Jährige soll in besagter Nacht in das Gebäude eingedrungen sein und es sich in dem Aufenthaltsraum mit Bier gemütlich gemacht haben. Erst zum Morgen hin sei dem jungen Mann die Idee gekommen, im Eingangsbereich Papier und Zellstoff anzustecken, um den früheren Kollegen bei ihrem Dienstbeginn einen hellen Empfang zu bereiten.

Ein Geständnis abgelegt

Nach Auskunft von Staatsanwalt Wolfgang Neubauer hat der 23-Jährige ein Geständnis abgelegt und sitzt in Untersuchungshaft. Im Laufe des Monats soll Anklage erhoben werden.

"Zum Glück hat er keinen Brandbeschleuniger verwendet. Sonst hätte das Feuer auf die umliegenden Häuser übergegriffen, und dann wären möglicherweise auch Menschen zu Schaden gekommen", sagt Sven Hiby. Schon so sei der Schaden des vor dem Brand frisch renovierten Vereinsheims enorm. "Die genaue Summe steht noch nicht fest, aber es werden um die 500 000 bis 600 000 Euro sein", erklärt der Geschäftsführer.

Die ehemalige Industriehalle aus den 1980er-Jahren sei mittlerweile komplett entkernt. "Der Brandgeruch war nicht herauszubekommen." Zwei Außenwände müssten ebenfalls neu gemacht werden, darüberhinaus die Stelle im Dach, wo die Flammen hindurchgeschlagen waren.

"Wir hoffen, dass wir das Dach bis Ende November – bevor der Frost kommt – dicht haben", sagt der 45-Jährige. Dann könne innen der Wiederaufbau beginnen, der vermutlich bis März 2010 dauere. "Alles muss neu gemacht werden: die Büros, der Veranstaltungsbereich, die Küche, die Toiletten."

Nachdem der Fahrdienst direkt nach dem Brand vom Autoservice Margagliotta ein Büro zur Verfügung gestellt bekommen hatte, hat er jetzt gegenüber Büros im ersten Stock des ESAB-Gebäudes angemietet, an der Beethovenstraße 135. "Dort haben wir auch Abstellmöglichkeiten für unsere 14 Fahrzeuge." Die seien bei dem Brand zum Glück nicht beschädigt worden. "Das ist aber nur der Feuerwehr zu verdanken, die die Wagen, die am Feuer standen, gekühlt hat. Dadurch hat sie unsere Arbeitsplätze gerettet."

Auf den Einsatz von Ein-Euro-Jobbern in dem Verein habe die Brandstiftung keinen Einfluss. "Nur, weil sich einer so daneben benommen hat, kann man die übrigen ja nicht mit verurteilen", meint Sven Hiby. Im Gegenteil: Viele setzten sich nun – wie andere Vereinsmitglieder – außerhalb ihrer Arbeitszeit für den Verein ein, um ihn möglichst schnell aus seiner misslichen Lage herauszuführen.

Unterstützung angeboten

Der Geschäftsführer blickt daher positiv in die Zukunft. "Die Versicherung hat uns Kulanz signalisiert, und viele Firmen haben uns ebenfalls Unterstützung angeboten." Und weil es seit Oktober neue Bauvorschriften gebe, werde das neue Vereinsheim sogar noch behindertengerechter und energiesparender als vorher sein. "Dafür fehlt dem Verein jetzt leider für ein halbes Jahr das Domizil."

Quelle: RP

 
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