Solingen: Nachbarn lehnen neue Tankstelle ab
VON ALEXANDER RIEDEL - zuletzt aktualisiert: 13.02.2012Solingen (RP). An der Wuppertaler Straße in Gräfrath wird eine neue Jet-Tankstelle gebaut, die noch 2012 eröffnet werden soll.
Es wird die dritte Tankstelle auf einem Stück von etwa 800 Metern. Die anderen Gewerbetreibenden in der Nachbarschaft sind angesichts der Pläne verunsichert.
Die Lage an der vielbefahrenen Wuppertaler Straße und die Nähe zur Autobahn A 46 haben wohl den Ausschlag gegeben: Die Conoco Phillips Germany GmbH lässt in Gräfrath eine Jet-Tankstelle errichten – und das nur etwa 150 Meter entfernt von der Aral-Tankstelle. "Wir sind aus allen Wolken gefallen", erzählt Bezirksbürgermeister Udo Vogtländer.
Späte Information
Erst als Anwohner Mitarbeiter des Tankstellenbetreibers auf dem Gelände ansprachen, habe man sie über die Pläne informiert. Städtebaulich hält Vogtländer die Einrichtung einer dritten Tankstelle auf einem Stück von etwa 800 Metern für nicht nachvollziehbar. "Aber wenn Aral eine Tankstelle hat, dann müssen andere Firmen nachziehen", sagt er.
BV-Sitzung
Die Sitzung der Bezirksvertretung Gräfrath, bei der die Tankstellenpläne Thema sein werden, beginnt am morgigen Dienstag, 14. Februar, um 17 Uhr. Sitzungsort ist der Ratssaal im Kunstmuseum Solingen an der Wuppertaler Straße 160.
"Wir wollen die Tankstelle nicht", sagt Angelika Lukosch von Stöcker Backwaren mit Nachdruck. "Der Verkehr könnte für uns ein Problem werden." Schon jetzt sei für die Kunden kaum genügend Parkfläche vorhanden, ergänzt Anne Wupper-Todtenbier vom benachbarten Blumengeschäft Floristik Wupper. Sie befürchtet zudem, dass in der Tankstelle auf dem ehemaligen Gelände der Firma BMW Voos auch Blumen verkauft werden könnten. Verhindern lässt sich das Bauvorhaben nicht. Die Fläche an der Ecke Wuppertaler Straße/Schulte vom Brühl ist im Privatbesitz. Eine Genehmigung im Rahmen des Straßenbauvertrages ist daher nur Formsache.
Bereits im März sollen die ersten Bagger anrücken, eröffnet werden soll die neue Tankstelle dann in der zweiten Jahreshälfte. Bis dahin muss auch die Haltestelle Bergerbrühl verlegt werden. Der stadteinwärts gelegene O-Bus-Haltepunkt soll um etwa 50 Meter verschoben werden, der Halt an der Gegenfahrbahn etwa um 30 Meter verrückt werden.
Dementsprechend sind auch Umbauten am Bordstein notwendig. Die Kosten trägt der private Investor. "Wir haben nur die Möglichkeit, Verkehrsfragen zugunsten der Bürger zu gestalten", sagt Vogtländer.
So wolle man mit BMW Voos, dem auch ein Grundstück auf der gegenüberliegenden Straßenseite der Wuppertaler Straße gehört, darüber sprechen, ob man die durch den Bau wegfallenden Parkplätze nicht an anderer Stelle wieder schaffen könnte. 15 000 bis 20 000 Autos fahren jeden Tag über die Wuppertaler Straße stadtein- und stadtauswärts.
Am morgigen Dienstag wird die Informationsvorlage der städtischen Verwaltung zum Tankstellenbau der Bezirksvertretung Gräfrath vorgetragen werden. Anne Wupper-Todtenbier vom Blumengeschäft Floristik Wupper übt sich derweil in Fatalismus: "Wir müssen das einfach auf uns zukommen lassen" , sagt sie.
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