Solingen: Neue Pläne für grüne Lunge
VON MARTIN OBERPRILLER - zuletzt aktualisiert: 21.02.2009Solingen (RPO). Seit zehn Jahren gibt es die Stiftung Botanischer Garten. Gestern überreichte der Vorstand wieder 25 000 Euro an OB Haug. Noch in diesem Jahr kommt der neue Bauerngarten – und auch sonst haben die Verantwortlichen viel vor.
Als Ingeborg Meuter-Reckermann 1998 an der Gründungssitzung der Stiftung Botanischer Garten teilnahm, da glich die großzügig gestaltete Anlage im Norden der Stadt beinahe schon einer Festung. Nun standen natürlich nicht irgendwelche feindlichen Truppen vor dem Haupteingang des größten Solinger Parks. Dafür hatte es der Botanische Garten aber längst mit einem anderen, ebenfalls kaum zu unterschätzenden "Feind" zu tun bekommen. Die roten Zahlen im städtischen Haushalt rückten der grünen Lunge der Stadt ordentlich auf die Pelle. Es gab Überlegungen, den Garten schlicht mit Wohnhäusern zu überbauen – ja, selbst ein Bebauungsplan lag schon in den Schubladen der Verantwortlichen.
Garten und Stiftung
Der Botanische Garten wurde 1963 eröffnet. Um Geld zu sparen, hatten städtische Kräfte selbst Hand angelegt. Trotzdem liefen die Kosten später – in Zeiten der Haushaltssicherung – aus dem Ruder. 2004 verpflichtete sich die Stiftung für fünf Jahre, jährlich 25 000 Euro aufzubringen.
Heute zählt die Stiftung fast 400 Mitglieder, die sich ehrenamtlich für den Botanischen Garten engagieren – Tendenz steigend.
Über 100 000 Besucher
Zeitsprung: Pläne gibt es auch heute noch. Doch als Ingeborg Meuter-Reckermann mit anderen Mitgliedern des Stiftungs-Vorstandes gestern morgen einmal mehr Oberbürgermeister Franz Haug im Rathaus ihre Aufwartung machten und einen Scheck über 25 000 Euro mitgebracht hatten, da kam die Rede ziemlich schnell auf ganz andere Vorhaben. "Im Frühjahr errichten wir unseren neuen Bauerngarten", berichtete zum Beispiel Stiftungs-Chef Wili Schulenberg – und Kollegin Meuter-Reckermann, die sich nun aus dem Gremium "zurückziehen" wird, dürfte in diesem Augenblick noch einmal an die vergangenen zehn Jahre gedacht haben. – Zehn Jahre, während derer es der Stiftung gelang, den Botanischen Garten zu einem "Vorzeige-Unternehmen in Sachen Ehrenamt" auszubauen, wie OB Haug betonte. Und zehn Jahre, in denen der Park zu einer festen Größe für viele Menschen auch außerhalb Solingens wurde. "Wir schätzen, dass wir 2008 über 100 000 Besucher hatten – mehr als vier Mal so viele wie noch fünf Jahre zuvor", erklärte Stiftungs-Schatzmeister Hans Mewes.
Konzerte, Bücherschrank, Kiosk – eine Menge hat sich geändert, seit die Stiftung Verantwortung übernahm, seit sie begann, Gelder zu sammeln, und durch ihre Arbeit der Stadt jährlich "76 000 Euro spart", wie Mewes fortfuhr. Zug um Zug soll der Botanische Garten noch attraktiver gemacht und zu einem touristischen Highlight aufgewertet werden. "Es gilt ein Konzept zu entwickeln, in dem auch der Garten eine Rolle spielt", erklärte OB Haug, der sich vorstellen kann, den Hedderich-Pavillon hier aufzustellen. Das allerdings sieht man bei der Stiftung zurückhaltend. Wili Schulenberg: "Dies geht nur, wenn es mit den Denkmalschutzplänen zusammenpasst." Tatsächlich spricht sich ein Gutachten für eine Umwidmung aus – von Neubauten spricht jedenfalls schon lange keiner mehr.
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