Solingen: Neuer Anlauf der Stadt für Pavillon-Abriss
zuletzt aktualisiert: 15.10.2010Solingen (RPO). Wenn man NRW-Bauminister Harry K. Voigtsberger, der seit Juni im Amt ist, als einen sprichwörtlichen neuen Besen bezeichnet, gibt es vor allem in der Solinger Bauverwaltung den ein oder anderen, der hofft, dass er im Gegensatz zu seinen beiden CDU-Vorgängern nun zum Kehraus in Sachen Hedderich-Pavillon und Denkmalschutz bläst.
Im Gespräch mit unserer Zeitung bestätigte die städtische Pressestelle am Donnerstagn, dass die Stadt mit dem Ministerium nun unter SPD-Federführung in Kürze das Gespräch suchen will. Sie will ausloten, ob es eine Möglichkeit gibt, die Minister-Entscheidung von Voigtsbergers Vorvorgänger Oliver Wittke zu widerrufen. Dieser hatte verfügt, dass der denkmalgeschützte Hedderich-Pavillon der Nachwelt erhalten bleiben muss, wenn auch an anderer Stelle.
Letztlich fürchten viele Experten, dass das auseinander Bauen zwar furchtbar teuer wird, am Ende aber vom Pavillon nicht viel mehr übrig bleiben wird als ein Haufen Glas und ein Haufen Stahl.
Würde der Denkmalschutz aufgehoben, würde sowohl der Bauherr des Hofgartens als auch Karstadt jeweils rund 100 000 Euro sparen. Beide hatten zugesichert, sich mit dieser Summe an den Abbaukosten zu beteiligen.
Bleibt es allerdings beim verfügten Wiederaufbau, stehe Karstadt nach wie vor zu seiner Zusage, die Summe zu zahlen – trotz Insolvenz und Verkaufs an einen Investor. Diese Zusicherung hat man sich vor kurzem von den bei Karstadt derzeit handelnden Personen noch einmal geben lassen, sagte Stadtsprecherin Birgit Wenning-Paulsen weiter.
Mit einer Entscheidung über die Zukunft des Hedderich-Pavillons rechnet die Stadt erst in einigen Wochen. Nach erster Zeitplanung hätte das Denkmal eigentlich bereits im Mai dieses Jahres an neuer Stelle stehen sollen; doch diese Frist war zwischenzeitlich vom Ministerium aufgehoben worden. Im November 2008 hatte Bauminister Wittke seine Verfügung erlassen.
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