Solingen: Obdachlosenmord: Einer der beiden Männer ist frei
zuletzt aktualisiert: 09.12.2010Solingen (RPO). Einer der beiden 23-Jährigen, die im Verdacht stehen, in der Nacht zum 9. Juli einen 52-jährigen Obdachlosen an der Schwanenstraße beraubt und dann getötet zu haben, wurde Ende vergangener Woche aus der Untersuchungshaft entlassen. Dies bestätigte am Mittwoch der für Kapitalverbrechen zuständige Staatsanwalt Heribert Kaune-Gebhardt auf Nachfrage unserer Zeitung.
Gegen den etwas Älteren der beiden 23-Jährigen habe sich der Verdacht, nicht nur am Diebstahl, sondern auch an der Tötung des Obdachlosen beteiligt gewesen zu sein, nicht mit der nötigen Sicherheit erhärtet. Dennoch, so Kaune-Gebhardt, werde auch gegen ihn Anklage wegen Diebstahls erhoben.
Auf der Straße erstochen
Schon einen Tag nach der Tat, der der 52-jährige Ohligser Obdachlose zum Opfer fiel, der seinen Schlafplatz unter dem Vordach eines leerstehenden Ladenlokals an der Schwanenstraße/Ecke Hubertusstraße hatte, konnte die Polizei die beiden Tatverdächtigen in ihrer Ohligser Sozialwohnung festnehmen. In der Wohnung wurde auch das Messer sichergestellt, mit dem der Obdachlose erstochen worden war. Wie die Ermittlungen ergaben, hatten die Täter den Obdachlosen im Schlaf überrascht und wollten ihm seine wenigen Habseligkeiten wegnehmen. Weil der Mann aufwachte und sich zur Wehr setzte, verfolgten ihn die beiden 23-Jährigen noch über eine rund 100 Meter lange Distanz. Dann wurde mindestens 15 Mal auf den Mann eingestochen.
Daran soll jedoch nach den inzwischen vorliegenden Erkenntnissen der Wuppertaler Staatsanwaltschaft nur einer der beiden jungen Männer beteiligt gewesen sein. Zu weiteren Einzelheiten kann die Staatsanwaltschaft aus ermittlungstechnischen Gründen keine Auskunft geben. Der Prozess gegen die beiden 23-Jährigen wird vermutlich erst im kommenden Frühjahr stattfinden.
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