Solingen: Pipeline: Mahnmal eingeweiht
VON JÖRG JANSSEN - zuletzt aktualisiert: 23.05.2011Solingen (RPO). Kurz vor dem mit Spannung erwarteten Prozess gegen die in der Region umstrittene Kohlenmonoxid (CO)-Pipeline des Bayer-Konzerns, der am heutigen Montag vor dem Düsseldorfer Verwaltungsgericht startet, haben die Gegner des Projekts an der Opladener Straße ein neues Mahnmal gegen die bereits verlegte, aber nicht in Betrieb genommene 67 Kilometer lange Röhre eingeweiht. Erwin Schumacher, Koordinator der Monheimer Anti-Pipeline-Initiative, enthüllte die von ihm mit entworfene und teilweise auch gebaute, ein verknotetes Rohr, darstellende Stahlskulptur vor rund 100 Bürgern aus den Kommunen entlang der Trasse. Seit November hatten er und seine Helfer unzählige Stunden an dem Mahnmal gewerkelt.
Glauben an den Rechtsstaat
Zu der Einweihung gekommen waren neben Landrat Thomas Hendele auch die Bürgermeister Harald Birkenkamp (Ratingen), Frank Schneider (Langenfeld), Daniel Zimmermann (Monheim) sowie die Vize-Bürgermeister Rudi Joseph (Hilden) und Edeltraut van Venroy (Erkrath). Unter Applaus und Bravo-Rufen der Zuschauer erklärten Schumacher und Dieter Donner, Sprecher der Anti-Pipeline-Initiativen im Kreis Mettmann, die Symbolik des Mahnmals. Sie sei dem verknoteten Revolver vor dem UN-Gebäude in New York entlehnt. Dort zeige der Knoten, dass einer Waffe ihre Gefährlichkeit genommen werden kann. Korrespondierend zu der fest im Boden verankerten Konstruktion stellten die Initiativen auch ein neues Plakat auf. Seine Schlagzeile lautet: "CO in diese Pipeline gehört verboten, drum machen wir hier einen Knoten."
"Die Gerichte haben uns bis jetzt den Glauben an den Rechtsstaat wieder zurückgegeben. Wir setzen nun darauf, dass uns das Verwaltungsgericht nicht enttäuscht", sagten die Anti-Pipeline-Aktivisten Ursula Probst aus Hilden und Rosemarie Hofmann aus Langenfeld am Rande der Veranstaltung.
Landrat Thomas Hendele geißelte das aus seiner Sicht untragbare Vorgehen des Bayer-Konzerns. "Abweichende Rohrwandstärken, ungeklärte Erdbebensicherheit, falsche Trassenabwägung, zu schmale, erst unter Druck nachgebesserte Geogrid-Matten – all das hat dauerhaft Vertrauen zerstört."
Bayer solle nun die einzig richtige Konsequenz ziehen, und einen möglichen CO-Mehrbedarf im Chempark Uerdingen dort vor Ort produzieren. "Wir sind eine Super-Prozess-Gemeinschaft und haben einen langen Atem. Diese Pipeline darf nicht in Betrieb gehen", sagte Hendele.
- RP ONLINE
- Kontakt
- AGB
- DATENSCHUTZ
- Impressum



