Solingen: Pipeline, wo früher Schützengräben waren
zuletzt aktualisiert: 16.09.2009Solingen (RPO). Am Rande der Ohligser Heide, jenseits der Autobahn A 3, wo die Firma Bayer die umstrittene Kohlenmonoxid-Leitung verlegt hat, existierte im Zweiten Weltkrieg ein Laufgrabensystem der Wehrmacht, hat die Düsseldorfer Bezirksregierung nach Auswertung der Luftaufnahmen der Alliierten auf Anfrage der Stadtverwaltung mitgeteilt.
Derartige Laufgräben hätten unter anderem zum Erreichen des eigenen Schützengrabens gedient. Am Ende des Krieges seien dort auch Kampfmittel zurückgelassen worden.
Eigentlich hätte Bayer per Planfeststellungsbeschluss vor Baubeginn der CO-Pipeline den dortigen Boden auf Bomben und Granaten untersuchen müssen. Dies sei jedoch nicht erfolgt, so die Bezirksregierung. Aufgefallen war dies erst, als die Firma Wingas, die parallel zur Kohlenmonoxid-Leitung eine Erdgas-Hochdruckleitung in der Trasse verlegt hatte, diese in Betrieb nehmen wollte. Bei einer letzten Prüfung stellten die Gutachter fest, dass der Nachweis zur Kampfmittelfreiheit fehlte.
Nun muss laut Bezirksregierung nachträglich eine Kampfmittelsondierung durch ein Spezialunternehmen durchgeführt werden. Dies werde durch den Kampfmittelbeseitigungsdienst überwacht. Vor dem Bescheinigen der Kampfmittelfreiheit dürfe die CO-Leitung nicht in Betrieb genommen werden. Auch Bodenbewegungen und Eingriffe in den boden seien bis dahin verboten.
Bei der Kampfmittelsondierung werde nach allen in Frage kommenden Gegenständen und Substanzen gesucht. Dazu würden geophysikalische Messverfahren eingesetzt und gegebenenfalls auch Grabungen durchgeführt.
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