Solingen: Polizei trainiert Einsatz bei Amokläufen
zuletzt aktualisiert: 20.11.2007Solingen (RPO). Die Polizei in Köln hat einen Amoklauf von zwei 17 und 18 Jahre alten Gymnasiasten an ihrer Schule verhindert. Hektik ist bei den klingenstädtischen Beamten deshalb aber nun nicht angezeigt. Polizeisprecher Ralf Dargel erklärt, wie die Beamten im Bergischen Städtedreieck auf derartige Situationen vorbereitet sind.
Was ist zu tun, wenn an Schulen Gerüchte über mögliche Amoktaten kursieren?
Dargel Wichtig ist, schnell und entschlossen zu handeln. Häufig kommen Hinweise auf derartige Pläne ja aus dem näheren Umfeld der möglichen Täter. Denen gehen wir sofort nach.
Wie häufig gibt es Verdachtsfälle auf Amokläufe?
Dargel Seit dem Fall in Emsdetten hatten wir im Bergischen Städtedreieck mittlerweile mehrere. Die Zahl bewegt sich im zweistelligen Bereich.
Gab es bereits einen Amokfall im Bergischen?
Dargel Nein. Wir hatten allerdings im letzten Jahr in Remscheid Hinweise auf eine mögliche Amoktat. Dort hatten Schüler aus Scherz im Internet gedroht, einige Lehrer zu töten. Durch zügige Ermittlungsarbeit und gute Zusammenarbeit mit Staatsanwaltschaft und Gericht konnten die Täter schon nach zwei Tagen vom Jugendgericht verurteilt werden und mussten den Jugendarrest sofort verbüßen.
Wie ist die Polizei auf einen möglichen Einsatz an einer Schule vorbereitet?
Dargel Beamte aus allen drei bergischen Großstädten trainieren ein Mal pro Jahr die Bewältigung einer Amoklage. Außerdem beraten und unterstützen wir die Schulen, um typische Täter zu erkennen.
Woran erkennt man einen typischen Täter?
Dargel Anhaltspunkt kann unter anderem eine gewaltverherrlichende Einstellung sein.
Muss die bergische Polizei nach dem Fall in Köln ihr bisheriges Konzept nun überdenken?
Dargel Nein, wir sind gut aufgestellt und gut vorbereitet. Neben unserer Zusammenarbeit mit den Schulen sind auch die Bezirksbeamten in Sachen Vorbeugung aktiv.
Susanne Genath führte das Gespräch.
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