Solingen: Protest gegen Pipeline – Nachbarn setzen auf Zeit
zuletzt aktualisiert: 07.02.2009Solingen (RPO). Protest gestern Abend gegen die vom Bayer-Konzern geplante Pipeline an der Stadtgrenze zu Hilden in der Ohligser Heide: Rund 50 Anwohner demonstrierten mit einer Lichterkette gegen das Vorhaben des Chemiekonzerns, die umstrittene CO-Pipeline auch über Solinger Gebiet zu verlegen. "Wir fühlen uns von der Stadt Solingen gut unterstützt", lobte Dieter Donner, Presskoordinator der Bürgerinitiative "Bau-Stopp der Bayer-Pipeline", die Klage, die die Stadt gegen eine Enteignung eines Grundstücks eingereicht hat, unter dem die CO-Trasse verlaufen soll.
Tatsächlich stehen hier, am äußersten westlichen Rand der Klingenstadt sowie gleich hinter der Autobahnraststätte Ohligser Heide, rund 350 Meter zur Diskussion. Und die Anwohner aus Hilden und Solingen trauen der Ruhe nicht, die dort derzeit herrscht. "Bayer bereitet doch schon die Rodung von Bäumen vor", mutmaßte ein Betroffener im Gespräch mit unserer Zeitung, der genauso wie seine Nachbarn einen Wertverlust der hier stehenden Wohnhäuser um rund ein Drittel befürchtet. Schon heute, da die Pipeline noch gar nicht verlegt sei, falle es immer schwerer, zum Beispiel Mieter zu finden. Dieter Donner: "Hier wird einfach ein Stück Heimat zerstört."
Darum setzen die Anwohner – neben Fackel-Protesten und Schildern mit Aufschriften wie "Bayer pfui" wie gestern Abend – vor allem auf Zeit. Denn man rechnet damit, dass der Weg über die Gerichte viele Monate in Anspruch nehmen dürfte. Dieter Donner: "Die Ankündigung von Bayer, hier bereits im Herbst CO durchzuleiten, halten wir einfach nur für zynisch."
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