Solingen: Querschläger gesucht
VON MICHAEL TESCH - zuletzt aktualisiert: 15.03.2007Solingen (RPO). Am 31. Mai wird im Gräfrather Museum Baden die 61. Bergische Kunstausstellung eröffnet. Gestern trafen sich fünf Juroren im Meistermann-Saal, um ihre Auswahl unter insgesamt 376 Bewerbungen zu treffen.
Eine strenge Vorauswahl hatte den fünf Jurymitgliedern der diesjährigen Bergischen Kunstausstellung die Arbeit schon im Vorfeld enorm erleichtert. Zwar waren insgesamt 376 Bewerbungsmappen im Museum Baden – Stichtag 9. März – eingegangen, doch nur 250 fanden sich auf den Tischen im Meistermann-Saal ausgebreitet. „Der Rest erfüllte nicht die Bedingungen der Ausschreibung“, erklärte Gisela Elbracht-Iglhaut den Schwund. Besonders ein Aspekt hatte zur vorzeitigen Aussortierung geführt: „Die meisten waren keine Profi-Künstler, konnten also keine künstlerische Ausbildung nachweisen.“
Der Aspekt einer Akademie-Ausbildung war für den Kunsthistoriker und Journalisten Carl Friedrich Schröer allerdings kein Thema: „Gott sei Dank finden sich hier nicht nur die Bewerbungen von verblasenen Akademie-Absolventen, sondern auch viele Querschläger und Querschüsse.“ So war bei der Auswahl für den Kunsthistoriker die Vita des Künstlers auch erst einmal zweitrangig: „Die Werke müssen mich anmachen.“ Er suche nach einem künstlerischen „Sprengsatz“ – besonders auch im Hinblick auf die Vergabe des von der Deutschen Bank ausgelobten Bergischen Kunstpreises (3500 Euro). „Aber so einer ist eben selten dabei.“
Was Gisela Elbracht-Iglhaut bestätigte, die bei der Erfassung aller eingegangenen Bewerbungen jede Mappe bereits kurz inspiziert hatte. „Vieles ist zwar auf gutem Niveau, aber die richtigen Highlights sind selten. Da ich aber die Mappen bisher nur kurz angeschaut habe, werde ich einige bei genauerer Betrachtung sicherlich entdecken.“
Und so machten sich dann die fünf Juroren, ausgerüstet mit einer dicken Namensliste, kurz nach zehn Uhr auf die Suche nach ihren persönlichen Favoriten. Der Jury gehörten in diesem Jahr – neben Elbracht-Iglhaut und Schröer – zudem Dr. Markus Heinzelmann (Direktor Museum Morsbroich, Leverkusen), Dr. Doris Krystof (Kuratorin K 21, Düsseldorf) und der Solinger Kurator Matthias Erntges an.Auch Künstler aus dem Bergischen Land hatten sich für die 61. Auflage der Bergischen beworben: 13 aus Solingen, 16 aus Wuppertal und drei aus Remscheid. Das Gros der Bewerber stammte – wie in den vergangenen Jahren auch – wieder aus Düsseldorf: insgesamt 239.
Änderung der Ausschreibung
Dass die Bergische Kunstausstellung in diesem Jahr einen leichten Rückgang der Bewerbungen zu verzeichnen hatte, begründet Elbracht-Iglhaut mit einer kleinen, aber entscheidenden Änderung der Ausschreibung. Künstler, die in den vergangenen fünf Jahren bereits an einer Bergischen vertreten waren, können nur noch an der Ausstellung teilnehmen, wenn die Jury ihnen den Kunstpreis zuspricht. Was aber zur Folge hat, dass das Publikum der 61. Bergischen dafür aber viele Neu- und Wiederentdeckungen machen darf.
- RP ONLINE
- Kontakt
- AGB
- DATENSCHUTZ
- Impressum



