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Solingen: Rechte nutzen Salafisten-Angst

VON LUDGER BATEN, HANNA KOCH UND ANNEMARIE KISTER-PREUSS - zuletzt aktualisiert: 08.02.2012 - 21:27

Solingen (RP). Die Aktivitäten der Salafisten in Solingen haben eine andere Gruppe mit extremen Ansichten auf den Plan gerufen. Die Republikaner planen eine Mahnwache, das Bündnis "Bunt statt Braun" will das verhindern.

In dem Video, das seit gestern auf der Internet-Seite Youtube steht, ist das Neusser Treffen der Salafisten zu sehen. Oben (m.): Abou Maleeq. Screenshot: ngz Foto:
In dem Video, das seit gestern auf der Internet-Seite Youtube steht, ist das Neusser Treffen der Salafisten zu sehen. Oben (m.): Abou Maleeq. Screenshot: ngz Foto:

In Solingen formiert sich Widerstand gegen die Salafisten aus einer ebenfalls extremen Ecke. So haben die Republikaner für Samstag einen Infostand und eine Mahnwache angemeldet. Thema: "Ja zur Religionsfreiheit, nein zum Salafismus".

Wie die Pressestelle der Polizei in Wuppertal gestern auf Nachfrage bestätigte, haben die Republikaner den Infostand inzwischen angemeldet. Dies wiederum hat das Solinger Bündnis "Bunt statt Braun" auf den Plan gerufen. "Wir rufen die Solinger auf, diese Aktion zu verhindern", schreibt Jürgen Beu vom Bündnis und lädt für heute zu einem Vorbereitungstreffen ein.

Info

Demo gegen Demo

Am Samstag, 11. Februar, zwischen 10.30 und 13.30 Uhr, haben die Republikaner einen Infostand mit Mahnwache in den Clemens-Galerien angemeldet.

Das Bündnis "Bunt statt Braun" hat zur Gegenbewegung aufgerufen und trifft sich zur Vorbereitung heute um 19 Uhr im SPD-Parteibüro am Birkenweiher.

In Neuss-Weckhoven hatten die Solinger Salafisten aus der Millatu Ibrahim Moschee an der Konrad-Adenauer-Straße am Wochenende ein Seminar veranstaltet. Prominenter Redner war auch der Ex-Rapper Desco Dogg, der unter dem Namen Abou Maleeq als islamischer Prediger auftritt und der am Samstagvormittag noch in Solingen gesehen wurde – zusammen mit dem Iman der Solinger Moschee, den aus Österreich stammenden Hassprediger Mohammed M. Die beiden Männer treten häufig gemeinsam auf.

Neusser ebenfalls beobachtet

Der Verfassungsschutz hat schon seit einiger Zeit den muslimischen Verein an der Weckhovener Straße in Neuss im Visier, den die Salafisten als Veranstaltungsort für ihr Seminar zum Thema "Der Tauhid und die Muslime heutzutage" ausgesucht hatten. Das bestätigte ein Sprecher des NRW-Innenministeriums auf Anfrage. Die Veranstaltung sei "aufmerksam beobachtet worden", hieß es weiter aus dem Ministerium, die Ergebnisse müssten noch ausgewertet werden.

Für die Neusser Ausländerbehörde war die Präsenz des Verfassungsschutzes am vergangenen Wochenende nicht neu. Leiter Hermann Murmann: "Wenn wir Hinweise auf Salafisten erhalten, dann beziehen sie sich stets auf den Standort Weckhoven." Der Neusser Bürgermeister Herbert Napp erklärte, es sei Strategie der Verwaltung, es den Salafisten so schwer wie möglich zu machen, sich gegen Recht, Gesetz und Gesellschaftsordnung zu stellen.

Auch in Neuss ist man sich der Gefahr bewusst, dass die Salafisten junge Menschen für ihre Sache anwerben. Wie auch in Solingen distanzieren sich in Neuss die anderen Moschee-Gemeinden der Stadt und der Integrationsrat deutlich von den Salafisten. Bislang war die Gemeinde in Weckhoven nicht negativ in Erscheinung getreten. Im vergangenen Jahr hatte es sogar einen Tag der offenen Tür dort gegeben.

Foto:

Diese Veranstaltung war allerdings schon damals vom Verfassungsschutz überwacht worden. Die Stadt Solingen vertraut ebenfalls auf die Sicherheitsbehörden. "Polizei und Staatsschutz haben uns versichert, dass sie das im Auge behalten. Darauf verlassen wir uns", betonte Stadtsprecherin Birgit Wenning-Paulsen.

Robert B.s Auslieferung unklar

Noch keine Nachricht, wann Robert B. nach Deutschland ausgeliefert wird, hatte gestern Rechtsanwalt Burkhard Benecken. Auch Robert B.'s Mutter erhielt am Dienstag noch keinen Hinweis, wann die britischen Behörden ihren Sohn nach Deutschland ausliefern werden. Nach wie vor ist auch unklar, wohin der Weg Robert B. dann führen wird. Er hatte zuletzt in der Moschee der Salafisten in der Nordstadt auch gewohnt.

 

Quelle: RP/rl/anch


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