Solingen: Regen setzt der Ernte zu
VON ANNEMARIE KISTER-PREUSS - zuletzt aktualisiert: 18.07.2012Solingen (RP). Landwirte bangen um die Ernte, die Feuerwehr muss die Pegelstände am Eschbach im Auge behalten. Der verregnete Sommer geht nicht nur aufs Gemüt, er macht inzwischen auch Probleme.
Starkregen drückt Gullydeckel hoch, am Eschbach ging das Frühwarnsystem an und Solingens Landwirte sind zur Untätigkeit verdammt, weil sie die Ernte nicht einfahren können. Im Juni hat es überdurchschnittlich viel und oft geregnet, im Juli wurde die Situation nicht besser. Das geht nicht nur aufs Gemüt
Nachdem im Frühjahr alles so gut gewachsen ist, liegen Gerste und Weizen jetzt am Boden", sagt Landwirt Martin Dickhoven, der den Hof zusammen mit seinem Vater Karl-Otto Dickhoven betreibt. Auch Bauern, die jetzt noch Heu einfahren müssen, haben ernsthafte Probleme mit dem Dauerregen.
Dickhovens hatten hier Glück, sie konnten Ende April und an einem der wenigen trockenen Tage im Juni schon Heu einlagern. "Das Gras wuchs so gut, dass wir es zeitweise sogar stehenlassen konnten", sagt Martin Dickhoven, der neben Getreide auch noch rund 400 Kühe sein Eigen nennt. Was die Ernte von Gerste und Weizen angeht stehen die Landwirte aus Linde in den Startlöchern. Reife ist das Getreide nämlich schon, nur für eine Ernte müsste es mindestens eine Woche lang trocken sein.
Niederschläge
Die Messstelle des Wupperverbandes am Klärwerk Burg verzeichnete im Juni 123 Liter Regen pro Quadratmeter. Das waren rund 16 Liter mehr als im Durchschnitt. Im gesamten vergangenen Monat gab es nur sechs Tage, an denen es niederschlagsfrei war. Der meiste Regen fiel am 11. Juni: 25,5 Liter pro Quadratmeter wurden in Burg gemessen.
Nicht nur im Wuppergebiet war der Juni verregnet, sondern in ganz Nordrhein-Westfalen. Nach den Aufzeichnungen des deutschen Wetterdienstes bildete BRW beim Sonnenschein mit etwa 130 Stunden des bundesweite Schlusslicht.
Gullydeckel kamen hoch
Auch für die Feuerwehr bringt Starkregen viel Arbeit mit sich, wenngleich Katastrophen bislang ausblieben. In der vergangenen Woche kamen hier und da Gullydeckel hoch, wie Feuerwehr-Pressesprecher Karlheinz Rehborn erklärt. Die Wehrleute heben in solchen Fällen die Gullydeckel an und säubern den Ablauf, der sich bei Regel oft mit Laub, Steinen und Unrat zusetzt und so die Wassermassen nicht mehr aufnehmen kann.
Am Eschbach in Unterburg, wo nahezu in jedem Jahr Hochwasser bekämpft werden muss, ist der Vorwarnmelder Anfang der Woche einmal angegangen. "Wir sehen uns das dann vor Ort an", sagt Rehborn, Handlungsbedarf habe jedoch noch nicht bestanden. Auch für die nächsten Tage gibt es Unwetterwarnungen, doch inwieweit Solingen betroffen ist, kann derzeit noch niemand sagen. Die Wetteraussichten für die kommenden Tage versprechen noch keine durchgreifende Besserung.
Der Hochwasserschutz in Unterburg wurde in den vergangenen Jahren durch das Frühwarnsystem, das direkt bei der Feuerwehr aufläuft, schon verbessert. 2014 werden die Baumaßnahmen beginnen, die die Unterburger dauerhaft vor Hochwasser schützen sollen. Dabei werden zum einen die Stützmauern am Eschbach saniert, zum anderen wird das Bachbett tiefer gelegt.
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