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Solingen: Reihenhäuser statt Schutthalde

VON MAXINE HERDER - zuletzt aktualisiert: 31.07.2010

Solingen (RPO). Nach über drei Jahren werden die Überreste der alten Bergischen Lackfabrik an der Gebhardtstraße entfernt. Die neuen Eigentümer planen Wohnungen für Senioren und Einfamilien-Reihenhäuser für das Areal.

Drei Jahre und vier Monate war die Schutthalde an der Walder Gebhardtstraße ein Schandfleck in der Gegend und den Anwohnern ein Dorn im Auge. Nun scheint es, als finde die unschöne Geschichte um die alte Bergische Lackfabrik beziehungsweise das, was nach dem Abriss von ihr übrig geblieben ist, doch noch ein gutes Ende: Bis Herbst 2011 sollen, wenn es nach den neuen Eigentümern Walter Picard und Johannes Wrede geht, auf dem Gelände ein Komplex für betreutes Wohnen mit insgesamt 31 Wohnungen für ältere Menschen, wie auch acht Reihen-Einfamilienhäuser im Bereich des sozialen Wohnungsbaus entstehen. "Diese Häuser sind als Passivhäuser ausgelegt und haben damit einen geringen Energiebedarf", so Grundstückseigentümer Walter Picard, in Remscheid in fünfter Generation im metallverarbeitenden Unternehmen C.A. Picard.

Vergangenen Montag wurde mit den Abbrucharbeiten begonnen, in deren Rahmen auch der noch bestehende Teil des alten Backsteingebäudes abgerissen werden soll. "Mit der Firma Hagedorn aus Gütersloh haben wir ein sehr großes Abbruchunternehmen beauftragt", so Picard, "dass sich sowohl mit dem Abbruch, als auch der Entsorgung auseinandersetzt" – gerade letzteres könnte, in Anbetracht der Altlasten, die als giftiger Gruß der alten Lackfabrik im Boden schlummern, schon bald einige Relevanz erhalten. "Wir haben", so Picard, "selbstverständlich bereits im Vorfeld umfangreiche Bodengutachten in Auftrag gegeben, bei denen allerhand gefunden worden ist. Wir hoffen zwar, dass uns nicht noch mehr böse Überraschungen erwarten, sind jedoch auf einiges vorbereitet."

Sowohl ein Gutachter, der Proben vom Boden nimmt, sei vor Ort, als auch die entsprechenden Container seien aufgestellt worden, in denen die kontaminierten Böden entsorgt werden. "Die Entsorgungskosten überschreiten schon jetzt den Kaufpreis um ein Mehrfaches", sagt Walter Picard. Einer Sache kann sich der neue Eigentümer dabei sicher sein: der Dankbarkeit der Anwohner, die von der Schutthalde vor ihrer Haustür befreit werden. "Sonst gibt es bei solchen Arbeiten ganz schnell mal Beschwerden", sagt dann auch Frank Brinkhaus, Vorarbeiter der Firma Hagedorn, "aber hier ist das überhaupt nicht so." In rund vier Wochen sollen die Abbrucharbeiten beendet sein. "Danach werden wir Zug um Zug weiterbauen", sagt Walter Picard.

Quelle: RP

 
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