Solingen: Remscheid: Symphoniker auf dem Prüfstand
zuletzt aktualisiert: 15.12.2008Solingen (RPO). Der Rat der Stadt Remscheid will die Zuschusspolitik für die Bergischen Symphoniker komplett neu überdenken. Nach heftiger Diskussion wurde in der Nachbarstadt der Beschluss gefasst, bis Februar 2009 das komplette Vertragskonstrukt der Stadt mit dem Orchester und dem zweiten Gesellschafter Solingen unter die Lupe zu nehmen – und möglicherweise auch zu verändern.
Aufhänger ist die geforderte Erhöhung des Betriebskostenzuschusses durch die Stadt um rund 183 000 Euro auf dann 2,01 Millionen Euro. Das sei immerhin eine Steigerung um zehn Prozent, merkte SPD-Fraktionschef Hans Peter Meinecke an. Angesichts des Sparkurses könne die Politik diesen Zuschuss nicht einfach so durchwinken. Von der Beteiligungs-Verwaltung möchte der Rat eine Aufstellung darüber haben, wie teuer ein kompletter Ausstieg der Stadt aus dem Orchester würde. Wenn man einmal beim Prüfen sei, müssten alle Modelle für die Zukunft vergleichbar nebeneinander stehen. Stefan Schreiner, Geschäftsführer der Orchester GmbH, beschrieb ein Szenario, nach dem Kosten von insgesamt zehn Millionen Euro auf die Stadt Remscheid zukommen würden. Viele der Orchestermitglieder haben im Falle einer Auflösung der Zwei-Städte-Symphoniker ein vertraglich verbrieftes Rückkehr-Recht zur Stadt Remscheid und müssten dort dann mindestens vier Jahre beschäftig werden.
Schreiner warnte, dass jegliche Infragestellung des Orchesters sofort negative Auswirkungen auf die wirtschaftliche Situation haben könnte. Der Vorsitzende des Kulturausschusses, Karl-Heinz Humpert, kritisierte die Idee von SPD und Wählergemeinschaft als unverantwortlich.
Doch davon ließen sich auch viele CDU-Mitglieder im Rat nicht schrecken. Um den Orchester kurzfristige Planungssicherheit zu geben, wurden zwar nach einer kurzen Denkpause die erhöhten Ansätze anteilig für die ersten beiden Monate des kommenden Jahres bewilligt. Fest steht aber: Das bislang immer so fest geschnürte Paket Orchester wird aufgemacht.
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