Solingen: Respekt vor der Rolle
VON ANNEMARIE KISTER-PREUSS - zuletzt aktualisiert: 04.11.2006Solingen (RPO). Dajana Berkenkopf vom Ensemble Profan spielt die Rolle der Blanche Dubois in „Endstation Sehnsucht“ von Tennessee Williams. Eine Darstellung, die der 31-jährigen viel Energie abverlangt.
Dajana Berkenkopf war 13, als sie das Stück zum ersten Mal las. Die Figur der Blanche hat sie schon damals fasziniert, jetzt steht sie selbst in dieser Rolle auf der Theaterbühne und weiß: Es ist ein Part der ihr sehr viel abverlangt.
„Vom Textumfang ist es sicher die größte Rolle, die ich bislang gespielt habe“, erzählt die Medizinstudentin im Gespräch mit der Morgenpost, und daher hat sie sich schon früh mit dem Text auseinandergetzt. „Häppchenweise“ lernt sie, im Bus, bei der Arbeit; zwei Stunden hintereinander büffeln, das könnte sie nicht. Und so hat sie schon mit den Rollenstudium begonnen, als das Ensemble noch fürs Kindertheater probte. Das ging ganz gut nebeneinander, erinnert sich Dajana Berkenkopf und das Lernen der Kindertheatertexte sei da schon beinahe eine Erholung gewesen.
Termine
Premiere von „Endstation Sehnsucht“ ist am Dienstag, 14. November. Weitere Vorstellungen sind am 15. November sowie am 25. und 26. Januar, jeweils um 19.30 Uhr, auf der Studiobühne im Theater. Weitere Hauptrollen in der Inszenierung von Michael Tesch spielen Mira Gottfried und Uwe Dahlhaus. Die Band „Purple Sex Heads“ liefert Livemusik.
Inzwischen jedoch stehen die Proben für „Endstation Sehnsucht“ ganz im Mittelpunkt, schließlich ist am 14. November Premiere.
Im Zuge der Vorbereitungen auf den großen Auftritt hat sich Dajana Berkenkopf zusammen mit Regisseur Michael Tesch und den anderen Ensemblemitgliedern auch den berühmten Film angesehen, den Elia Kazan 1950 mit Vivian Leigh, Marlon Brando und Karl Malden in den Hauptrollen drehte. „Danach habe ich mir gesagt, ich bin es, die auf der Bühne steht und nicht Vivian Leigh“, schildert die 31-Jährige ihre Eindrücke. Vivien Leigh sei außerdem ein ganz anderer Typ und da bestehe kaum die Gefahr, ihr nacheifern zu wollen. Der Film nach dem 1947 entstandenen Tennessee Williams-Schauspiel habe vor allem eine eigenartige deutsche Übersetzung, vieles weiche sehr von Original ab. „Viele Szenen wurden regelrecht kastriert und verfälscht, das vernebelt die Figuren“, sagt die Darstellerin.
Viele Dinge, die Blanche Dubois empfindet, jene gescheiterte Lehrerin aus gutem Hause, die bei ihrer Schwester Stella und deren grobschlächtigem Ehemann Unterschlupf sucht, gut die Darstellerin nachvollziehen. „Bei dieser Figur verstehe ich vieles, ich habe viel Ähnliches erlebt“, sagt Dajana Berkenkopf, lediglich der Standesdünkel der Blanche ist ihr eher fremd, das seien dann eben die Dinge, die gespielt werden müssen. Und zum Spielen, da ist sie sicher, gibt diese Rolle Gelegenheit wie kaum ein. „Blanche auf der Bühne, das ist permanent großes Theater, sie ist exaltiert, hysterisch, da kann mal auch mal dick auftragen.“ Theaterspielen, das wollte sie schon als Kind, hatte viel Spaß am Tanzen und Verkleiden. Der Wunsch, auf der Bühne zu stehen, war schon konkret, als sie 12 Jahre alt war.
Die Rolle in „Endstation Sehnsucht“ verlangt Dajana Berkenkopf viel Respekt ab und so ist die Nervosität vor der Premiere größer als sonst. Und daher ist sie ganz froh, dass im Moment noch so viele Dinge vorzubereiten sind, dass für das richtig große Lampenfieber eigentlich gar keine Zeit bleibt.
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