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Solingen: Revue der Vielfalt Chorfest abgesagt

VON MARTIN SCHLUPP - zuletzt aktualisiert: 21.08.2006

Solingen (RPO). Die „Revue der Talente“ machte den Auftakt zum zweiten Brückenzauber. Laiendarsteller zelebrierten im Brückenpark Müngsten ein großes Bühnenfest. Das Bergische Chorfest wurde abgesagt.

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Zahlen

Mehr als 400 Talente aus besonderen Stadtteilen des Bergischen Städtedreiecks standen am Samstagabend auf der Bühne im Müngstener Brückenpark. In 40 Gruppen lieferten sie nach einem Jahr Vorbereitungszeit eine bunte Revue ab. Der mehr als zweistündige Zauber wurde von der Wuppertalerin Kordula Lobeck de Fabris inszeniert.

„Spitze“ war das erste Wort, das Andreas Held nach der „Revue der Talente“ über die Lippen kam. Der Remscheider zeigte sich begeistert. „Wir leben doch in einer multikulturellen Gesellschaft. Dass auch das Programm diese Vielfalt widergespiegelt hat, ist einfach klasse!“ In der Tat. Vielfältiger und kurzweiliger hätte eine Revue nicht sein können.

Nachdem der Wuppertaler Posaunenchor das Bühnenfest im Müngstener Brückenpark am Samstag eröffnet hatte, heizten feurig kostümiert 130 Trommler im Publikum den Zuschauern ein. Und während der Rhythmus so heiß war, dass man meinten, beim brasilianischen Karneval gelandet zu sein, ging die Show eine Symbiose mit dem Bergischen Heimatlied ein. Dieses führte wie ein roter Faden durch den gesamten Abend. Mal sang die Wuppertaler „Gänseliesel“ alias Ingrid Patzer das Lied traditionell mit Drehorgelbegleitung, dann kam es verjazzt bei der Bergischen Showband zum Vorschein, dann wieder rappten es Hip-Hopper zum Breakdance.

Nach Hip Hop Battle und Breakdance wurde es mit der Solinger Showtanzgruppe „Parkettgeflüster“ glamourös. Ein Walzer in wallendem Kleid wurde von den flotten Rock ‘n Rollern abgelöst. Das große Instrumentalorchester Remscheid begleitete die Tanzeinlage. Ein wahres Feuerwerk wurde auf der Bühne unter der Brücke entfacht: Da waren wild jonglierende Artisten, geheimnisvolle Magier, Musik und Tanz aller Genres und aller Nationen zu bestaunen. Die Zuschauer fühlten sich von den Regenschauern indes nicht gestört. Andreas Held hatte gar nichts vom Regen mitbekommen: „Die Show war so toll. Dass es geregnet hat, habe ich nicht gemerkt.“

Leider war die Wiese vor der Bühne nur spärlich gefüllt. Etwa 300 Besucher standen dauerhaft vor der Bühne. Henry Beierlorzer, Chef der Regionale-2006-Agentur, sprach nach der Veranstaltung allerdings von 800 bis 1000 Zuschauern. Die Zahlen kämen durch ein hohes Maß an Fluktuation zustande. Offenbar hatten sich viele vom Wetter abschrecken lassen. „Was wir heute darstellen wollen, ist die gemeinsame Identität der drei Städte des Bergischen Landes und ihrer Bewohner“, hatte Moderatorin Judith Genske zu Beginn der Revue angekündigt. Eines einte die Beiträge: Alle Talente haben ihre Heimat im Bergischen Land.

„Wo die Wälder noch rauschen“ stimmten sie demgemäß beim vorletzten Programmpunkt ein. Zum Abschluss des Abends gab es schließlich noch eine Uraufführung. Der Kinderchor sang „An der Müngstener Brücke“. Wie die letzten Zeilen des Liedes, so endete auch die Revue: „Und mählich stockt und stirbt das bunte Spiel. Die Feierklänge fluten und verbranden.“

(pse) Es klang wie rauschender Applaus, war aber nur der prasselnde Regen auf dem Dach der Bühne im Brückenpark. Pünktlich um elf Uhr am Sonntagmorgen, als das Chorfest mit 26 Chören auf drei Bühnen starten sollte, mussten die wenigen Besucher mit Regenschirmen in den Schutz der Bäume flüchten. Mit Gummischiebern wurden die Wassermassen von der Bühne geschoben, von deren Dach die Tropfen in Sturzbächen herab kamen.

Wer auf der Bühne stand, hörte das Trommeln auf der weißen Plastikplane noch lauter. Schlechte Akustik also, die laut Hubert Eschbach dazu führte, dass das Fest abgesagt wurde. „Da kann man leider keinen Ton erklingen lassen“, sagte der stellvertretende Vorsitzende der Chorgemeinschaft Bergisch Land. Man werde versuchen, noch nicht angereiste Chöre zu informieren: „Schade, denn diese Anlage hätte es verdient gehabt.“

Das sah auch Heinrich Wittprächtiger, Chorleiter des Leichlinger Männergesangsvereins Oberschmette, so. „Hier herrscht eigentlich eine ganz tolle Atmosphäre, einmalig mit der Wupper im Hintergrund.“ Über den Fluss zog der Regen derweil in Schwaden. „Wer würde sich bei so einem Wetter hier hin stellen?“, fragte Wittprächtiger. Die Sänger, in bordeauxroten Jacketts angetreten, gaben aber spontan wenigstens ein paar Lieder zum Besten.

Quelle: RP

 
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