Solingen: Schmerzlicher Leerstand
VON UWE VETTER - zuletzt aktualisiert: 06.02.2012Solingen (RP). Die 1300 Quadratmeter große Einzelhandelsfläche an der Hauptstraße, die zuletzt vom Appelrath-Cüpper angemietet war, steht weiter leer. Intensive Bemühungen zur Nachvermietung bleiben bislang erfolglos.
Mehr als ein Jahr steht die Einzelhandelsfläche in der 1a-Lage an der Hauptstraße in der City jetzt leer. "Leider ist noch kein geeigneter Mieter gefunden worden", bedauert Stadtentwickler Markus Lütke Lordemann. Bis Ende Januar vergangenen Jahres hatte dort Appelrath-Cüpper auf drei Geschossen (insgesamt 1300 Quadratmeter) Mode verkauft. Das zur Douglas Holding – wie auch Thalia, Hussel und die Juwelierkette Christ – gehörende Unternehmen hat Solingen längst den Rücken gekehrt.
"Eigentümer müssen mitziehen"
Gerade dieser lange Leerstand in guter Lage in unmittelbarer Nähe zu den Clemens-Galerien ist für Lütke Lordemann außergewöhnlich: "Wir stehen im Kontakt mit dem Vermieter, es gibt immer mal wieder Interessenten für diese Einzelhandelsfläche", weiß er. Der Vermieter wohne aber weit weg auf Teneriffa, eingeschaltet zur Vermietung der 1a-Fläche sei ein auswärtiges Maklerbüro.
Kaufkraft
Für Solingen wurde eine Kaufkraftkennziffer von überdurchschnittlichen 103,7 ausgerechnet. Das sagt aus, dass durchaus Geld zum Ausgeben vorhanden ist. Mehr als 900 Millionen Euro haben die Solinger zur Verfügung.
Auf der anderen Seite stehen aber die Zentralitäts- und Umsatzkennziffern, und die haben lediglich einen Wert von unterdurchschnittlichen 92,2 beziehungsweise 95,5 Prozent. Viele Solinger geben ihr Geld – rund 200 Millionen Euro – in umliegenden Städten aus, beispielsweise in Köln oder Düsseldorf.
"Eigentum verpflichtet", sagt Jan Höttges, doch einige Eigentümer von Geschäftslokalen seien uneinsichtig, meint der Vorsitzende des Initiativkreises Solingen mit Blick auf notwendige Renovierungen oder gar preislichen Abstrichen. Leerstände wie an der Hauptstraße oder auch in der ehemaligen Quelle-Filiale im unteren Bereich der Hauptstraße "führen zu einem negativen Eindruck", findet Höttges. Ein Eindruck, der aber nicht die Realität und die Stärke der Stadt widerspiegele. So sieht der Vorsitzende des Initiativkreises beispielsweise sehr gute Geschäfte in Randlagen wie auf der Grünewalder Straße, "die eigentlich in die City gehören". "Wir bemühen uns an jeder Ecke, aber die Eigentümer müssen mitziehen", sagt Höttges.
"Dramatisch verschlechtert gegenüber früher hat sich die Leerstandsproblematik in Solingen aber nicht", sagt Markus Lütke Lordemann. Andere Städte, selbst große Metropolen, hätten ebenfalls mit Leerständen zu kämpfen. Dennoch: An der Goerdelerstraße und weiter auch im Bachtorcenter ist der Leerstand deutlich sichtbar. Nach der Schließung von Karstadt im August 2008, und bevor klar war, dass am Graf-Wilhelm-Platz/Neumarkt endlich doch das neue Shopping-Center entsteht, sei eine Wartehaltung bei der Anmietung von Einzelhandelsflächen zu beobachten gewesen. "Jetzt ist mit dem neuen Einkaufszentrum und dem Projekt City 2013 Schwung in der Innenstadt zu spüren. Dieser Schwung wird auch dafür sorgen, dass Flächen wie die von ehemals Appelrath-Cüpper zur Neuvermietung kommen", hofft Markus Lütke Lordemann.
Aufbruchstimmung
Aufbruchstimmung sieht der Stadtentwickler schon jetzt bei der Nachvermietung insbesondere kleinerer, leerstehender Geschäftslokale: "Da tut sich was", so Lütke Lordemanns Beobachtung mit Sportläden beispielsweise in den Clemens-Galerien oder auch im ehemaligen Café Sol an der Bergstraße.
Die Zwischennutzung durch ein Kindermodengeschäft des seit Monaten weiter leerstehenden Ladenlokals von M & S-Moden am Eiland, ebenfalls eine gute Lage, habe immerhin dazu geführt, dass dieses Geschäft sich jetzt am Ufergarten angesiedelt habe.
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