Solingen: Schöner schlafen in Solingen
VON PIA BERGMEISTER - zuletzt aktualisiert: 20.06.2008Solingen (RPO). Als Anneliese Rick arbeitslos wurde, entwickelte sie die Idee, Fremdenzimmer zu vermieten. Mittlerweile stehen 36 Betten an zwei Solinger Standorten zur Verfügung.
„Schöner schläft es sich in Solingen“, ist auf den Bannern zu lesen, die Anneliese Rick aufgehängt hat, um für ihre beiden Pensionen zu werben. Die 53-Jährige machte aus der Not eine Tugend: Nach einem Schlaganfall und darauf folgender Arbeitslosigkeit suchte sie nach einem neuen Betätigungsfeld. „Ich wusste, dass es etwas Einfaches ohne große Investitionen sein musste“, erzählt Rick. Als ein junges Paar vor vier Jahren während der Weihnachtszeit im ausgebauten Keller ihrer Wohnung an der Hasselstraße wohnte, brachte es Anneliese Rick auf die Idee, dort Fremdenzimmer zu vermieten.
Fremdbetten
Zimmer stehen in Anneliese Ricks Pensionen an der Hassel- und Mangenberger Straße zur Verfügung. Ein Einzelzimmer kostet 25 Euro am Tag, ein Doppelzimmer 20 Euro pro Person. Bettwäsche ist ebenso im Preis inbegriffen wie Autostellplätze.
Eine Fotogalerie mit den Zimmern unter:
Im Bürgerbüro dürfte sie sich in eine Liste mit Pensionen in Solingen eintragen und bekam wertvolle Tipps. „Natürlich hatte ich anfangs Zweifel, fremde Menschen in meinen Bungalow zu lassen“, erzählt sie. Doch dann habe die Neugierde überwogen und der Wunsch, im Arbeitsalltag mit Menschen zu tun zu haben. In ihrer Wohnung standen fortan sechs Betten zur Verfügung und schnell fanden sich erste Mieter. „Alles lief gut an“, sagt Rick.
Mit Garten und Grillparty
Seit Januar hat sie deshalb zusätzlich Räume an der Mangenberger Straße gemietet, wo nun 30 Betten gebucht werden können. „Ich habe mir etwas Eigenes aufgebaut“, freut sie sich. Die Auslastung ihrer Zimmer sei gut und sie habe zahlreiche Stammgäste. „Viele schätzen die private Atmosphäre hier“, weiß Anneliese Rick zu berichten. Oft seien die Gäste Monteure oder Messebesucher. Sie dürfen nicht nur das gemietete Zimmer nutzen, sondern auch Bad, Küche und den Garten. Im Sommer veranstaltet die Pensionswirtin sogar Grillpartys. Leicht ist es der alleinlebenden Solingerin nicht immer gefallen, ständig fremde Leute im Haus zu haben. „Manchmal wünscht man sich, einfach ungestört zu sein“, gibt Anneliese Rick zu. Doch sie sieht auch die Vorteile eines belebten Hauses: „Man wird nicht einsam und lernt viele nette und interessante Menschen kennen.“ Toleranz sei aber unabdingbar für diese Arbeit.
Die täglichen Aufgaben in ihren Pensionen leistet Rick ganz alleine. „Es ist ein Vollzeitjob, denn ich muss täglich putzen, nach dem Rechten sehen und für meine Gäste da sein.“ Urlaub sei da nicht möglich. Viel Wert legt Anneliese Rick auf ein schönes Ambiente in ihren Zimmern. Alles hat sie selbst eingerichtet und oft wird umdekoriert.
„Die Leute, die bei mir wohnen, sind oft lange von zu Hause weg und ich möchte, dass sie sich hier heimisch und gut betreut fühlen“, unterstreicht sie. Für ihre Mieter ist Anneliese Rick weit mehr als nur eine Vermieterin: „Oft erzählen Gäste mir auch etwas Persönliches und ich bin dann auch ihr Kummerkasten.“
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