Solingen: Schon zehn Einbrüche im Vogelpark
VON GÜNTER TEWES - zuletzt aktualisiert: 04.09.2010Solingen (RPO). Schon das zehnte Mal ist in diesem Jahr im Ohligser Tier- und Vogelpark eingebrochen worden. Immer randalierten die unbekannten Täter. "Es ist nicht mehr zu begreifen", schildern Janett Heinrich und Reinhold Hawranke vom Tierpark-Team die Situation mit ungläubigem Kopfschütteln.
Die Glasscherben und das Chaos, das die Einbrecher im Kiosk des Vogelparks in Ohligs hinterlassen haben, hat Jürgen Burg längst beseitigt. Wieder einmal – denn in der Nacht zum Sonntag am vergangenen Wochenende ist der Tierpark am Hermann-Löns-Weg erneut von Einbrechern heimgesucht worden (wir berichteten). Die Randalierer verwüsteten mutwillig die Kioskräume, zerschlugen ein Fenster, schmissen Eis und Süßigkeiten auf den Boden, verteilten dies auch im Park, zerschnitten Zäune des Geheges mit den Serval-Raubkatzen.
Die Spuren, die die Täter hinterlassen haben, sind beseitigt, der Gehegezaun repariert. Doch der Schock bei dem 65-jährigen Kioskbetreiber ist geblieben. "Das ist nicht auszuhalten", sagt er. "Die haben richtig gewütet. Jürgen Burg hat inzwischen Angst, das morgens um 7 Uhr bei ihm daheim wieder das Telefon klingelt. Dann weiß er, es ist erneut eingebrochen worden in dem kleinen Zoo im Westen der Stadt.
Neues Gehege
Schritt für Schritt renoviert das Team im Ohligser Tier- und Vogelpark den kleinen Zoo am Hermann-Löns-Weg. Derzeit wird das Gehege des Lachenden-Hans, ein australischer Eisvogel, neu gebaut. Auch die Gemüseküche für die Futterzubereitung der Tiere wird umgebaut.
Janett Heinrich und Reinhold Hawranke vom Tierpark-Team ergeht es nicht anders. "Das war der zehnte Einbruch in diesem Jahr. Es ist nicht mehr zu begreifen", schildern beide die Situation mit ungläubigem Kopfschütteln. Und immer war es Vandalismus. Die Polizei ist eingeschaltet, hat bei dem jüngsten Einbruch Fingerabdrücke genommen, einen Blutfleck am zerbrochenen Kiosk-Scheibenglas für die DNA-Analyse gesichert, doch von den Tätern fehlt jede Spur. Das zugewachsene Tierparkgelände in Ohligs ist von Nachbarn eben nicht einsehbar.
Janett Heinrich und Reinhold Hawranke öffnen frühmorgens inzwischen die Eingangspforte mit einem mulmigen Gefühl, aus Furcht vor einem neuerlichen Einbruch; und an Wochenenden ist es am schlimmsten. Dabei ist am Hermann-Löns-Weg keine große Beute zu machen. Alkohol und Zigaretten werden im Kiosk nicht verkauft. Wertsachen werden jeden Abend aus dem Vogelpark entfernt. Mit 35 Euro Bargeld und Süßigkeiten flüchteten die Randalierer denn auch zuletzt, hinterließen aber allein bei Kioskbetreiber Jürgen Burg einen Schaden von 800 Euro zuzüglich der Reparatur der Fensterscheibe, die 290 Euro kosten soll.
"Aus Wut, nichts gefunden zu haben, toben sich die Täter dann hier aus." Reinhold Hawranke, zweiter Vorsitzender des Vogelpark-Vereins, geht von jugendlichen Randalierern aus.
"Gott sei Dank, sind die Servale nicht ausgebrochen", ist die leitende Tierpflegerin Janett Heinrich noch immer erleichtert, dass das zerschnittene Gehege der Tiere keine weitergehenden Folgen hatte. "Das sind und bleiben doch Raubkatzen. Das darf man nie vergessen." Unbegreiflich ist für sie auch, dass die Randalierer einen Wäscheständer ins Gehege der Marder-Hunde geworfen haben. "Sie nahmen einfach in Kauf, die Tiere zu verletzen."
Aufwändig und damit teuer dürfte es werden, eine Alarmanlage in dem kleinen Zoo einzubauen. Doch die wird jetzt geplant, wie Heinrich und Hawranke ankündigen. Sie und die vielen anderen, die im Ohligser Vogelpark mit anpacken, um die Gehege zu modernisieren und das Überleben des kleinen Zoos zu sichern, sind frustriert: "Es ist entmutigend. Wir geben uns die größte Mühe, renovieren und investieren. Und dann kommen welche, die das nachts zerschlagen."
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