Solingen: Schulen vor Ganztags-Schub
VON GÜNTER TEWES - zuletzt aktualisiert: 06.06.2008Solingen (RPO). Die Ganztagswelle erfasst Gymnasien und Realschulen. Vogelsang könnte schon 2009 starten, ein Jahr später der Verbund von Theodor-Heuss-Realschule und August-Dicke-Gymnasium. CDU und SPD machen es möglich.
„Ein Meilenstein der Schulentwicklung“ steckt für Dr. Hans-Joachim Müller-Stöver in dem Ausbaukonzept der Kooperationspartner CDU und SPD, das 11,4 Millionen Euro der Landes-Schulpauschale in den nächsten drei Jahren zuordnet. Grund: Das Programm eröffnet nicht nur den Grundschulen den kompletten Ganztag, sondern auch den Gymnasien und Realschulen. Drei Jahre habe er darauf hingearbeitet, berichtete SPD-Parteichef Müller-Stöver gestern unserer Zeitung.
CDU-Bildungspolitikern Nicole Molinari hofft, dass es jetzt ganz schnell geht. Schon im nächsten Jahr könnte aus ihrer Sicht das Schulzentrum Vogelsang mit der Realschule und dem Gymnasium mit dem Ganztag starten. Ein Jahr später könnten die benachbarten Theodor-Heuss-Realschule und August-Dicke-Gymnasium nachziehen. Im darauf folgenden Jahr bestünde die Ganztagsoption dann fürs Humboldtgymnasium im Westen. „Das ist unser Wunsch. Es wäre der Idealfall. Dazu brauchen wir aber die Unterstützung der Schulen“, beschreibt Molinari das Meinungsbild der CDU-Fraktion. Derart konkret will die SPD aber nicht werden. „Die Reihenfolge überlassen wir den Schulen.“ Sie müssten doch den Ganztag realisieren. „Wir können als Politik nur die Rahmenbedingungen vorgeben“, meint Müller-Stöver. Aber auch er hält es für möglich, dass der Ganztag beziehungsweise der Übermittagsausbau schon im nächsten Jahr angegangen werden könnte.
Möglich wird das durch ein Landesförderprogramm, das Ganztagsschulen auch bis zu 20 Prozent mehr Lehrerstellen in Aussicht stellt. Deshalb ist für Molinari nun Eile geboten: „Wir müssen jetzt ganz schnell dabei sein. Wer weiß, wann die Fördertöpfe des Landes leer sind? Das wäre schade.“
Bei dem NRW-Förderprogramm kann jährlich jeweils ein Solinger Gymnasium und eine Realschule zum Zuge kommen. Bedingung: Eine dieser Schulformen müssten am Ende des Ausbaus in gewohnter Halbtagsform übrig bleiben. Laut CDU-Vorstellungen wären das dann Albert-Schweitzer-Realschule in Wald und Gymnasium Schwertstraße in der City.
„Wenn wir die Mittel verbinden, bekommen wir für ein Projekt die doppelte Förderung und können mehr erreichen“, sagt Müller-Stöver. Das spricht für den Ganztagsausbau mit der notwendigen Mensa und den zusätzlichen Räumen im Vogelsanger Schulzentrum sowie an den Nachbarschulen Theodor-Heuss und August-Dicke.
„Mit uns hat direkt noch keiner gesprochen“, sagt Joachim Blümer. Der Rektor der Theodor-Heuss-Realschule begrüßt die Ganztagsidee aber. „Das wäre eine Chance, die Dinge weiter zu entwickeln.“ August-Dicke-Rektorin Monika Schneider sieht das ebenso. „Wir sind interessiert.“ Bis es aber tatsächlich dazu kommen könne, müssten noch sehr viel mehr Informationen vorliegen.
Zustimmung signalisiert auch der Vogelsang. „Wir sind sehr interessiert“, unterstreicht Realschulrektor Axel Meuren. „Beim Ganztag sind wir mit im Boot.“
Für CDU-Bildungspolitikerin Molinari ist der Unterrichtstag bis zum Nachmittag ohnehin das Gebot der Stunde. „Wer an die Zukunft denkt, hat als Schule keine andere Möglichkeit, als sich dem Thema zu stellen.“ Ganztag an den Gymnasien und Realschulen wäre nach ihrer Überzeugung auch eine Antwort auf den Anmeldeboom an den Gesamtschulen.
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