Solingen: Sichere Fahrt mit der Seilbahn
VON ALEXANDER RIEDEL - zuletzt aktualisiert: 08.02.2012Solingen (RP). Alle zwei Jahre wird die Tragfähigkeit des Metallseils des Burger Sessellifts überprüft. Mit Hilfe eines computergestützten Verfahrens testen Ingenieure das Seil auf Rost- und Abnutzungsschäden.
Die Sessel sind abgeschraubt und an die Wand der Bergstation in Schloss Burg angelehnt. "Die kommen nur ab, wenn das Seil geprüft wird", erklärt Stefan Irlenbusch von der Seilbahn Burg GmbH. Konstantin Kühner, Ingenieur und Mitarbeiter der Stuttgarter Universität, testet mit einem speziellen Messgerät die Qualität des Metallseils, das jährlich rund 200 000 Menschen vom Tal der Wupper zum knapp hundert Meter höher gelegenen bergischen Grafenschloss transportiert.
Bei der so genannten magnet-induktiven Prüfung läuft das Seil einmal komplett über die Spule. Kühner stellt die Schwingungen grafisch auf seinem Laptop dar. Das Ganze erinnert ein wenig an die Wellen in einem Seismographen. So kann man auch kleine Drahtbrüche und Abnutzungserscheinungen sichtbar machen."Das sieht aber alles sehr gut aus", sagt der Experte zufrieden. Weder Rost noch sonstige witterungsbedingte Schäden seien auszumachen.
Winter-Fahrplan
Nach dem regulären Winterfahrplan ist die Seilbahn samstags, sonntags und an Feiertagen von 13 bis 17 Uhr geöffnet.
Ab Ostern ist auch die Möglichkeit eines Fahrradtransports vorgesehen.
1951 wurde der Fahrbetrieb eröffnet.
Rund 200 000 Fahrgäste nutzen jährlich die Bahn.
Auch den anschließenden Test mit bloßem Auge und einem kleinen Hammer besteht das Seil bravourös. "Es kommt einfach auf die konsequente Pflege an", sagt Stefan Irlenbusch, dessen Vater Hans Irlenbusch seit 1986 als Geschäftsführer die Geschicke der Burger Seilbahn lenkt. Der größte Abnutzungseffekt entsteht durch die Klemmen und Rollen, die eine große Kraft auf das Seil ausüben. Damit die Pflegemittel auch an alle Stellen des Seils gelangen, werden die Sessel gelegentlich etwas verschoben.
Aus Sicherheitsgründen wird die Qualität des Seils alle zwei Jahre fachmännisch überprüft. Die Messdaten werden auch dem TÜV Rheinland zugänglich gemacht, der sogar einmal pro Jahr den Betrieb kontrolliert. Verschiedene Sicherheitsmaßnahmen sind im Verlauf der Jahrzehnte hinzugekommen. Die unterschiedlichen Abschnitte der Seilbahn sind komplett videoüberwacht und ein Sensor an der Spule stoppt die Bahn sofort, wenn irgendeine Unregelmäßigkeit aufgetreten ist.
Schlangen an den Feiertagen
Die Investition lohnt sich: Seit 1996 läuft das knapp 500 Meter lange Metallseil über die Spule und hat schon Hunderttausende von Wanderern, Touristen und Schülern sicher zur Burg und zurück befördert. "Die Nachfrage ist weiterhin groß", sagt Hans Irlenbusch und zieht ein zufriedenes Fazit des vergangenen Jahres. "Vor allem an den Feiertagen hatten wir sehr viele Passagiere."
Eine Attraktion ist die Seilbahn aber nicht nur für die Fahrgäste, die plötzlich den Boden unter den Füßen verlieren und langsam ins Tal schweben, sondern auch für die Schaulustigen auf der Burg. "An der Bergstation stehen gerade im Sommer manchmal mehr Leute als im Burghof", erzählt Irlenbusch.
Bis das Seil ausgetauscht werden muss, dauert es angesichts der regelmäßigen Pflege noch eine ganze Weile. Üblicherweise hält ein Seil 25 bis 30 Jahre, ehe es durch die starke Beanspruchung einem neuen weichen muss.
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