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Solingen: Solingen muss den Knopf drücken

VON ANDREA RÖHRIG - zuletzt aktualisiert: 29.10.2007 - 14:45

Solingen (RPO). Die Weichen sind gestellt; nun ist es an den drei Städten Remscheid, Velbert und Solingen, den Zug „Rheinisch-Bergischer Stadtwerke-verbund“ auf die richtige Schiene zu setzen. Gestern Nachmittag tagte der Lenkungsausschuss. Dort bekamen die Vertreter der drei Städte und der Anteilseigner, die politischen Fraktionen sowie die Arbeitnehmervertreter eine Zwischenbilanz präsentiert.

Dr. Christian Becker übergibt zum 1. November an seinen Nachfolger.  Foto: RPO
Dr. Christian Becker übergibt zum 1. November an seinen Nachfolger. Foto: RPO

Nach den intensiven Prüfungen der Vorwochen steht fest: Die geplanten Einsparungen von mittelfristig rund 19 Millionen Euro können nicht nur auf dem Papier, sondern auch in der Realität erreicht werden. Der Solinger SWS-Aufsichtsrat kommt am 7. November zusammen, um dann die Ampel endgültig auf Grün zu stellen. Die Klingenstädter waren die einzigen, die die Projekt-Vorbereitung nicht schon im Vorfeld abgesegnet hatten, sondern erst Zahlen präsentiert bekommen wollten.

Dort sollen die Mitglieder auch entscheiden, dass die Verkehrsbetriebe der Solinger Stadtwerke – wie bereits früher schon einmal geplant – in eine eigene Gesellschaft überführt werden, die allerdings unter dem Dach des Verbundes bleiben soll. In der Holding sollen die Bereiche Controlling, Rechnungswesen, Einkauf, Personal, Recht und Abrechnung zusammen gefasst werden. Vor Ort bleiben die Kundenbetreuung, Marketing und die Pflege der eigenen Marken, wie SWS-Family.

Nach dem Verlauf des Lenkungsausschusses hat der scheidende Stadtwerke-Chef Dr. Christian Becker keine Bedenken, dass die Solinger den Verbund in Frage stellen werden. Denn das wäre wohl zum Schaden der eigenen Stadtwerke. Hätten doch die Velberter die Möglichkeit, an die Ruhr-Schiene anzudocken und Remscheid in Richtung Märkischer Kreis/Hagen.

Start als Triumvirat

Mit der Präsentation des Zwischenergebnisses ist die Beratung durch Dr. Frank Karbenn, Managing-Direktor der Privatbank Sal.  Oppenheim, noch lange nicht beendet. Denn bis zum Start des Stadtwerkeverbundes fließt noch viel Strom durch die bergischen Leitungen. Zum 1. Januar 2009 soll das Gemeinschaftsunternehmen zunächst als Triumvirat an den Start gehen. Im Frühjahr müssen die politischen Entscheidungen in allen drei Städten gefällt werden.

Danach müssen weitere Klippen umschifft werden, muss doch geklärt werden, wo die Stammsitze von Holding sowie von der Netzagentur sein sollen; und welche Stadt den Aufsichtsratsvorsitzenden stellen darf. Alles Entscheidungen mit Stolperfallen für Kommunalpolitiker, dürfen diese doch in ihren Kommunen nicht den Anschein verbreiten, als hätten sie sich bei der Fusion über den Tisch ziehen lassen. Was alle aber eint – darauf setzt auch Berater Karbenn –, ist der Druck zu handeln: Denn wer nicht zeitgerecht reagiert, etwa durch einen Zusammenschluss, könnte Probleme im Wettbewerb bekommen. Auch Becker weiß, dass sein Nachfolger Andreas Schwarberg viele dicke Bretter zu bohren hat.

Denn auch gestern war nicht alles eitel Sonnenschein. Es herrsche starke Unsicherheit in der gesamten Arbeitnehmerschaft, so Becker. Alle werden Abstriche machen müssen, da es ein einheitliches Tarifsystem geben soll.

Quelle: RP

 
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