Solingen: Solinger Akten lagerten im Kölner Stadtarchiv
zuletzt aktualisiert: 05.03.2009Solingen (RPO). Unschätzbare Werte sieht Ralf Rogge, Leiter des Solinger Stadtarchivs, nach dem Einsturz des Kölner Stadtarchivs vernichtet, darunter sicherlich auch Materialien, die einen Bezug zu Solingen aufweisen. Wie etwa die ausgeprägten jahrhundertelangen Handelsbeziehungen zwischen den beiden Städten. "Es gibt ja immer noch gewisse Legendenbildungen darüber, wie es dazu kam, dass die Schneidwarenindustrie sich gerade in Solingen ansiedelte, dabei hat sie wohl ihre Anfänge in Köln", erläutert Rogge, der das mittelalterliche Solingen als "Gewerbevorort von Köln" bezeichnet, in der Klingenstadt wurde gefertigt, gehandelt wurde in Köln.
Aber natürlich lagerten in dem Kölner Archiv auch Dokumente zu Firmenbezügen zwischen beiden Städten, wie die des Kölner Bankhauses Schnitzler, dessen Firmengründer Karl Eduard Schnitzler im Jahre 1792 in Gräfrath geboren wurde. Oder die Schneidwarenhersteller Schimmelbusch-Langen, die später dann in der Domstadt in Zucker machten.
Aber auch kirchliche Bezüge gibt es herzustellen. Kölner Klöster besaßen Ländereien bis ins Bergische Land und eben auch in Solingen. So lagen wohl auch alte Gräfrather Urkunden in dem zerstörten Haus. Und auch Solinger, die ihrer Familiengeschichte nachspüren wollten, wurden oft ins Kölner Stadtarchiv geschickt.
Was dort überhaupt gerettet werden kann, ist aus heutiger Sucht völlig unklar. Für Rogge haben die 100 Kilometer Akten, die in Köln lagerten, noch eine andere Bedeutung: "Da wird bestimmt vieles unwiederbringlich verloren sein." Wird er von Schülern bei Besichtigungen des Solinger Archiv gefragt, was für ein finanzieller Wert denn dort liege, sage er, von null Euro bis zu vielen Millionen, so Rogge. Denn ist das Bewahren von Wissen aus der Vergangenheit nicht ein unschätzbarer Wert ? Mit seinen Kölner Kollegen leidet er mit: "Da ist mit dem Einsturz so manches Lebenswerk kaputt gegangen."
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