Solingen: Sparkasse: manipulierte Internet-Überweisungen
VON ANNEMARIE KISTER-PREUSS - zuletzt aktualisiert: 31.07.2010Solingen (RPO). Die Stadt-Sparkasse schaltet Auslandsüberweisungen, die über das "i-Tan"-Verfahren genutzt werden, am kommenden Montag ab. Denn bei diesem Verfahren seien in der letzten Zeit vermehrt Trojaner-Angriffe festgestellt worden. In den bekannt gewordenen Fällen wurden Überweisungen manipuliert. Das könnte zum Beispiel folgendermaßen ausgesehen haben, erläuterte Torsten Halling von der Fachabteilung Elektronikbanking der Stadt-Sparkasse: Wenn ein Kunde 50 Euro ins Ausland überweisen wollte, manipulierte der Trojaner diese Überweisung und überwies 5000 Euro auf ein ganz anderes Konto im Ausland. Wer als Kunde davon betroffen war, bekommt den Schaden ersetzt.
"In der letzten Zeit sind einige Fälle solcher Phishing-Angriffen bei Auslandüberweisungen aufgetreten", sagt Torsten Halling weiter. Das Kunstwort Phishing setzt sich zusammen aus dem "P" von Passwort und dem Wort "Fishing", das Angeln und Fischen bedeutet. Phishing bezeichnet den Versuch, über gefälschte www.Adressen an die Daten eines Internet-Nutzers zu gelangen. In den jetzt von dem Geldinstitut festgestellten Betrugsfällen waren die Transaktionsnummern von Online-Banking-Nutzern Ziel der Phishing-Angriffe.
In allen Fällen wurde ein Trojaner auf dem PC des Nutzers installiert. "Als nützliche Anwendung getarnt, erfüllt ein solcher Trojaner ohne Wissen des Anwenders andere Funktion", erläutert Torsten Halling. Das "chip-Tan"-Verfahren macht Internet-Banking sicherer, denn es ist eine Weiterentwicklung des "i-Tan"-Verfahrens. Die Stadt-Sparkasse bietet es ihren Kunden seit einem Jahr an. Man benötigt ein kleines Gerät, das für 9,90 Euro gekauft werden muss. Von den 1,7 Millionen Überweisungen im ersten Halbjahr 2009 waren nur noch 277 000 per konventionellem Überweisungsvordruck. Für sichere Online-Auslandsüberweisungen hat die Stadt-Sparkasse weitere neue Sicherungsverfahren: "chip-Tan und "sms-Tan". "Diese sind einfach zu handhaben und bieten einen wesentlich höheren Schutz vor Betrugsversuchen beim Online-Banking", weiß Torsten Halling. Sie sollen vor raffinierten Angriffen durch Trojaner schützen. Der PC-Nutzer bemerkt nicht, wenn ein Trojaner in Hintergrund Überweisungen tätigt.
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