Solingen: Steuer fest in der Hand
VON ANNEMARIE KISTER-PREUSS - zuletzt aktualisiert: 10.12.2008Solingen (RPO). Im Kinderstück „Der Sturm“ erleben die Zuschauer eine echte Abenteuergeschichte. Und sie werden einem ganz neuen Darsteller auf der Bühne begegnen. Hans Knopper, der Leiter des Kulturbüros, hat eine Rolle übernommen.
Es ist nicht ganz die erste Rolle für den Debütanten. Vor vielen Jahren hat Hans Knopper schon einmal auf einer Theaterbühne gestanden. In Sternheims „Die Hose“ musste er bei einer Inszenierung der Wuppertaler Bühnen am Ende eine Nachricht überbringen. „Das war ganz furchtbar, ich bekam meinen Text, wurde aufgerufen und schon stand ich auf der Bühne vor dem Publikum , ohne jede Vorbereitung“, erinnert sich Knopper. Seine nächste Bühnenerfahrung ist besser vorbereitet. Zwar steht der Leiter des Kulturbüros normalerweise nicht auf der Bühne, doch in der neuen Eigeninszenierung von Shakespeares „Der Sturm“ hat er kurzfristig die Rolle des plötzlich erkrankten Tommy Ohliger übernommen, er spielt den Kapitän.
Karten gewinnen
Premiere des neuen Kinderstücks, das Michael Tesch im Auftrag des Kulturbüros mit dem Solinger Stadtensemble inszeniert hat, ist am Montag, 15. Dezember um 15 Uhr. Weitere Vorstellungen am 16., 17., 18. und 19. Dezember. Für die Premiere am 15. Dezember um 15 Uhr verlost die Morgenpost fünf mal zwei Freikarten.
Anrufen heute zwischen 11 und 16 Uhr, Telefon 2220310
„Wir haben Hans bei einer Probe ausprobiert, und niemand im Ensemble sagte, den wollen wir nicht“, schildert Regisseur Michael Tesch die Entstehungsgeschichte der ungewöhnlichen Verpflichtung. Prominente auf die Bühne zu holen ist für den Regisseur des Stadtensembles kein Problem, Politiker wie Uli Kalkum und der Ex-Ob Uli Uibel standen bereits unter Teschs Regie auf den Brettern. Und ganz nebenbei hat Knoppers Verpflichtung noch einen Vorteil: Er verlangt keine Gage.
„Natürlich habe ich meine Kollegen informiert über meinen Einsatz“, berichtet der Kulturbüroleiter, dessen Text zirka eine halbe Seite umfasst. Und den lernt er derzeit fleißig. „Meine Kinder hören mich ab“, schildert er seine Methode.
Schon ein alter Hase auf der Bühne hingegen ist Luzie Berkenkopf. Die sechsjährige steht Kapitän Knopper in der Rolle des Schiffsäffchens zur Seite. Die Sechsjährige sammelte schon in der Vorjahresinszenierung des Sommernachtstraums Bühnenerfahrung. Auch dieses Shakespeare-Stück hatte Ensemble-Mitglied Uwe Dahlhaus in eine kindgerechte Fassung gebracht. Und auch der „Sturm“ wurde „völlig entkernt“ und in eine spannende Abenteuergeschichte verwandelt. „Erwachsene, die das Stück kennen, werden es auch wiederfinden, für Kinder steht das märchenhafte und zauberhafte im Vordergrund“, sagt Michael Tesch.
Frauen in Männerrollen
Neben den Darstellern des Stadtensembles sorgt ein von der Theatertechnik liebevoll bis ins kleinste Detail gestaltetes Bühnenbild dafür, dass die Kinder in eine andere Welt entführt werden, in der der wilde Caliban (Dajana Berkenkopf) und der Luftgeist Ariel (Renate Kemperdick) entscheidende Rollen spielen. Rollen, die bis auf eine Ausnahme Männerrollen sind, doch Michael Tesch lässt auch Frauen in diese Rollen schlüpfen. Und da die Damen des Stadtensembles längst über die nötige Bühnenerfahrung verfügen, bereitet es ihnen keine Schwierigkeiten, einen Mann zu spielen der im Stück dann wieder eine Frau verkörpern muss.
Auch wenn Hans Knopper diese Routine noch fehlt, er ist sicher, dass er im Ensemble gut aufgehoben ist. Denn eines hat er bei den Proben festgestellt: Es ist wichtig, dass sich ein Team gut versteht und beim Stadtensemble hat er da keine Zweifel. Und so ist der Kulturbüroleiter sicher, dass nach dem überzeugenden Erfolg der Vorjahresinszenierung dieser Weg weiter beschritten wird. „Es geht nächstes Jahr weiter“, sagt Hans Knopper, und diese Aussage knüpft er nicht an eine Rollenzusage für sich.
- RP ONLINE
- Kontakt
- AGB
- DATENSCHUTZ
- Impressum



