Solingen: Streit zwischen Bibliothek und Förderverein
VON MARTIN OBERPRILLER - zuletzt aktualisiert: 07.04.2007Solingen (RPO). Auf den ersten Blick scheint es ein bizarrer Streit zu sein, der sich derzeit rund um die Stadtbibliothek abspielt. Deren Leiterin Claudia Elsner-Overberg sowie Hartmut Ritterskamp, Vorsitzender des Vereins „Freundeskreis der Stadtbibliothek“, haben sich über die Frage entzweit, wie der Verein der Bücherei finanziell helfen kann. Wohlgemerkt: Es geht um bereits vorhandene Mittel, die für die Bibliothek gesammelt wurden und die dort dringend benötigt werden.
Etatfragen geklärt, Problem bleibt
„Haushaltstechnische Erwägungen“, stellte jetzt Elsner-Overberg auf Anfrage unserer Zeitung klar, hätten sie bislang davon abgehalten, einen von Ritterskamp ausgestellten Scheck über 6000 Euro einzulösen. Der Hintergrund: Die Bibliothek als städtische Einrichtung darf nicht einfach Zuwendungen von Dritten – hier Gelder des Fördervereins – in den eigenen Etat einstellen.„Nun ist dies aber geklärt“, berichtet Elsner-Overberg weiter. Und das Problem damit gelöst? Mitnichten, denn Vereinsvorsitzender Ritterskamp hat den Scheck zwischenzeitlich sperren lassen. Eine Lösung scheint demnach nicht so schnell in Sicht.
Der „Freundeskreis“ sammelt schon seit geraumer Zeit Bücher, die dann verkauft werden. Der Erlös daraus soll der Bücherei bei der Anschaffung neuer Exponate helfen. Allein 2006 kamen so rund 27 000 Euro zusammen, von denen besagte 6000 Euro eben noch nicht zur Auszahlung gekommen sind.
Dabei geht es aber nur vordergründig um Überweisungsmodalitäten. Vielmehr ist es wohl so, dass prinzipielle Meinungsunterschiede bestehen, wenn es um die Arbeitsteilung zwischen Bibliothek und Verein geht. Während Elsner-Overberg darauf verweist, dass rechtliche Beschränkungen eine Übernahme von Vereinsaktivitäten unmöglich machen, beharrt Ritterskamp auf der Einschätzung, die Bibliothek müsse den „Freundeskreis“ entlasten. Bislang bearbeitete der Verein die anfallenden Rechnungen. Ritterskamp: „Das geht so nicht mehr, weil uns dies überfordert.“
In der Tat ist der „Freundeskreis“ personell nicht auf Rosen gebettet. So fehlen sowohl ein Geschäftsführer als auch ein Kassierer. An diesem Punkt droht neuer Krach. „Wegen fehlender Kandidaten“, so Ritterskamp, sei noch kein Termin für eine Jahresversammlung beschlossen worden. Das Treffen hätte turnusmäßig im März stattfinden müssen. Nach Informationen der Morgenpost ist deswegen beim Solinger Amtsgericht eine Beschwerde eingereicht worden.
- RP ONLINE
- Kontakt
- AGB
- DATENSCHUTZ
- Impressum



