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Solingen: Stromstoß als Lebensretter

VON MAXINE HERDER - zuletzt aktualisiert: 22.10.2010

Solingen (RPO). Nach einem Beschluss des Sozialausschusses diskutiert die Verwaltung ein Konzept, um die Anschaffung weiterer Defibrillatoren im öffentlichen Raum zu unterstützen. An einigen Orten gibt es die Laiendefibrillatoren bereits.

AOK-Mitarbeiterin Sandra Beumer wurde im Umgang mit dem Defibrillator geschult. Das Gerät hängt im Eingangsbereich des Kundenzentrum an der Kölner Straße und wird täglich überprüft.  Foto: RPO
AOK-Mitarbeiterin Sandra Beumer wurde im Umgang mit dem Defibrillator geschult. Das Gerät hängt im Eingangsbereich des Kundenzentrum an der Kölner Straße und wird täglich überprüft. Foto: RPO

Es gibt Situationen, in denen Sekunden zählen: Wenn nach plötzlichem Herzversagen das sogenannte Kammerflimmern auftritt, während die Rettungskräfte noch nicht vor Ort sind. Als wirksame Behandlung im Rahmen der Reanimation gilt die Defibrillation, durch die mit gezielten Stromstößen das lebensgefährliche Kammerflimmern, das in den Herzstillstand übergehen kann, beendet werden kann.

Sie ist mit sogenannten Automatisierten Externen Defibrillatoren (AED) auch von medizinischen Laien durchführbar. Nach einem Beschluss des Sozialausschusses wird derzeit von der Verwaltung diskutiert, ob – wie in anderen Städten – nicht auch in Solingen mehr Defibrillatoren im öffentlichen Raum installiert werden können (wir berichteten).

Info

Laiendefibrillatoren

Die Laiendefibrillatoren machen überall dort Sinn, wo viele Menschen zusammenkommen, sagtWolfgang Guenther von den Maltesern: "In Schulen, Altentagesstätten, Konzertsälen oder Turnhallen." In den Erste-Hilfe-Kursen der Malteser lerne man standardmäßig den Umgang mit dem Laiendefibrillator. "Man kann nur etwas falsch machen, wenn man gar nichts tut", so Guenther.

Im Eingangsbereich des Kundenzentrums der AOK-Geschäftsstelle an der Kölner Straße hängt bereits seit fünf Jahren ein Laiendefibrillator. Ein Schild mit einem Herz und einem Blitz darin weist auf das mitunter lebensrettende Gerät hin. Sandra Beumer ist eine von mehreren Angestellten, die in einer zertifizierten Schulung im Umgang mit dem Gerät trainiert wurden und alle zwei Jahre Auffrischungs-Seminare besuchen.

Gerät ist selbsterklärend

"Ich hätte keine Scheu und auch keine Bedenken, den Defibrillator im Notfall einzusetzen", sagt die 35-Jährige. "Man muss nicht selbst entscheiden, was zu tun ist." Denn das Gerät gibt über optische Signale auf dem Display oder per Sprachansage genaueste Anweisungen: "Wenn es angeschlossen ist, zeigt es an, ob Herz-Kreislauf-Funktionen vorhanden sind und normal weiter reanimiert werden kann. Nur wenn das nicht so ist, kann der Elektroschock tatsächlich ausgelöst werden." Auch im Privatleben, sagt die Sozialversicherungsfachangestellte, achte sie seit der Schulung verstärkt auf das Vorhandensein von Defibrillatoren. "Ihr Einsatz kann schlichtweg Leben retten", weiß Beumer.

Auf Initiative des Deutschen Hotel- und Gaststättenverbandes (Dehoga) und der AOK hängt im Thekenbereich des Ausflugslokals Haus Rüdenstein in Rüden seit dem Frühjahr ebenfalls ein Defibrillator. "Es war mir von Anfang an wichtig, dass das Gerät nicht nur für unsere Gäste ist, sondern für jeden, der es benötigt", betont Inhaberin Petra Meis. Auch sie und ihre Tochter seien geschult worden. "Doch das Gerät ist im Prinzip selbsterklärend. In einer Situation, in der es notwendig ist, kann man damit nur helfen und nicht schaden."

Ein weiterer Laiendefibrillator findet sich im Verwaltungsgebäude der Bundesagentur für Arbeit in Ohligs. Glücklicherweise, sagen die Verantwortlichen an allen drei Standorten, hätten sie die Defibrillatoren bisher noch nicht gebraucht.

Quelle: RP

 
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