Solingen: Teamgeist mit Familie
VON MARTIN OBERPRILLER - zuletzt aktualisiert: 03.10.2007Solingen (RPO). Die Firma Creditreform zählt zu Solingens familienfreundlichsten Unternehmen. Heimarbeitsplätze sind bei dem Wirtschaftsinformationsdienst selbstverständlich – und wenn’s sein muss, ist auch für Vierbeiner Platz.
Vierbeinige Gäste gehören für gewöhnlich nicht zu der Klientel, die sich in den Büros des Wirtschaftsinformationsdienstes Creditreform die Klinke in die Hand geben. „Aber wenn’s sein muss, empfangen wir natürlich auch solche Gäste“, erklärt Dirk Buße mit einem Schmunzeln, während er sich in einen der Sessel im Besprechungszimmer des Unternehmens an der Kuller Straße sinken lässt. Neulich war es soweit: Eine Mitarbeiterin von Creditreform hatte den Dackel ihrer Mutter zu versorgen, und da es der Zeitgenosse mit dem dichten Fell und den kurzen Beinen überhaupt nicht schätzt, seine Tage allein in der Wohnung zu fristen, wurde für ihn einfach in der Firma des AushilfsFrauchens Platz geschaffen.
Seltene Ehrung
Inzwischen dampft vor Buße, der seit rund 25 Jahren bei Creditreform arbeitet, eine Tasse Kaffee. Es ist früher Nachmittag, und kaum ein Laut dringt von außen in das Konferenzzimmer im zweiten Stock des Bürogebäudes. „Das ist selbstverständlich nicht immer so“, relativiert Buße die Ruhe. Eine Ruhe wohlgemerkt, die aber symptomatisch ist für den Erfolg des Unternehmens mit seinen etwa 60 Mitarbeitern. Bei der Solingen-Messe vor einem Monat wurde den Machern von Creditreform nämlich eine seltene Ehrung zuteil: Ihre Firma wurde mit drei anderen Betrieben als besonders „familienfreundliches Unternehmen“ ausgezeichnet.
Ortswechsel: Einige wenige Kilometer weiter südlich, in einer schmucken Neubausiedlung in Krahenhöhe, geht es zur gleichen Zeit durchaus etwas lebhafter zu. Gerade ist der elfjährige Florian aus der Schule nach Hause gekommen – und wird von seiner Mutter Beatrice Olschok begrüßt. Die junge Frau ist sozusagen im doppelten Einsatz. Denn die Creditreform-Angestellte kommt in den Genuss, ihre Arbeiten vom heimischen Arbeitszimmer erledigen zu können.
Für ihren Vorgesetzten Buße eine Art Lebensversicherung – und Ausdruck moderner Unternehmensphilosophie: „Wenn die Mitarbeiter zufrieden sind, profitiert die Firma davon.“ Immerhin ist es gar nicht so leicht, geeigneten Nachwuchs zu finden. „Bei uns sind überwiegend Spezialisten beschäftigt“, erklärt der Prokurist. Und die sind wiederum auf dem Arbeitsmarkt rar gesät.
Dementsprechend legen Buße sowie Creditreform-Geschäftsführer Achim Kirschner großen Wert auf die Zufriedenheit der Beschäftigten. Und die wiederum bemisst sich für Beatrice Olschok in einem Höchstmaß an Flexibilität. Für den Sohn da sein und einen Augenblick später ein wichtiges Geschäftsschreiben aufsetzen? Für die Angestellte „kein Problem“ – zumal sie an ihrem Heimarbeitsplatz ja nicht aus der Welt ist. Wöchentlich finden in der Firma Besprechungen statt. „So wird das Zusammengehörigkeitsgefühl gestärkt“, weiß Dirk Buße. Teamgeist zählt eben heutzutage – und manchmal gehören zur Mannschaft auch vierbeinige Mitspieler.
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