Solingen: Teil der Beckmann-Brauerei wird abgerissen
VON MAXINE HERDER - zuletzt aktualisiert: 16.11.2010Solingen (RPO). Zugegeben: Auf den ersten Blick unterscheiden sich die verschiedenen Gebäudeteile der maroden Beckmann-Brauerei nicht sehr. Und doch ist der Unterschied elementar: Denn während mit dem zur benachbarten Tankstelle hin gelegenen ehemaligen Brauereiturm, dem angeschlossenen Flaschenraum und der Schlosserei ein Teil des Gebäude-Ensembles im September unter Denkmalschutz gestellt wurde (wir berichteten), muss der gegenüberliegende Teil nun abgerissen werden.
"Nach einem Ortstermin in der zweiten Augusthälfte mit dem Eigentümer und der Bauaufsicht ist entschieden worden, dass es sinnvoll ist, den hinteren Teil, der zur Tennishalle liegt, abzureißen", erklärt Stadtsprecherin Sabine Rische. Der abzureißende Gebäudeteil macht rund die Hälfte des gesamten Komplexes aus. Hintergrund des Abbrucherlasses sind die permanenten Probleme mit Vandalismus auf dem Gelände der 1989 stillgelegten Brauerei, von der mit ihren eingeschlagenen Fenstern, mit Graffitis beschmierten Wänden und den Müllbergen tatsächlich nicht mehr viel geblieben ist.
"Vandalismus ist dort seit Ewigkeiten ein Thema. Hier muss jetzt was passieren, alles andere ist verschenktes Geld", so Rische. Die Ordnungsverfügung, die die Stadt mit dem Abbrucherlass ausgesprochen hat, gilt bis Ende dieses Monats, sie kann aber verlängert werden. "Sollte sich der Abriss wegen Schwierigkeiten bei der Auftragsvergabe verzögern, haben wir noch einen gewissen Zeitrahmen."
Dennoch geht die Stadtsprecherin von einem Abriss noch in diesem Jahr aus. Darüber hinaus gibt es jedoch nur wenig Neues von dem seit Jahren brachliegenden rund 8400 Quadratmeter großen Areal an der Schützenstraße, auf dem die Firma Dualis aus Wirges als Grundstücksentwickler im Auftrag der dreiköpfigen Eigentümergemeinschaft eine Senioreneinrichtung realisieren möchte. "Wir führen nach wie vor intensive Gespräche mit einem Investor", berichtet Projektentwickler Frank Muders von Dualis.
Notwendig wäre für das geplante medizinische Gesundheitszentrum, eine stationäre Altenpflege mit Schwerpunkt Gerontopsychiatrie und ein neuropsychiatrisches Pflegeheim ein Investitionsvolumen von rund 15 Millionen Euro. Eine Entscheidung soll möglichst noch in diesem Jahr fallen. "Wir arbeiten daran, diesen zeitlichen Rahmen einzuhalten", so Muders.
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