Solingen: Tote Lehrerin: Kripo erhöht den Druck
VON GÜNTER TEWES - zuletzt aktualisiert: 12.05.2010Solingen (RPO). Mit einer ungewöhnlichen Aktion war die Polizei am Dienstag auf dem Neumarkt vertreten: Während des Wochenmarktes verteilte sie Handzettel an die Passanten, um die Bevölkerung um Mithilfe bei der Aufklärung des Mordes an Monica Byrne-Weesbach zu bitten.
Die 63-jährige Lehrerin war am 30. März tot gefunden worden – in ihrer Wohnung über der Gaststätte "Em Kotten" im zweiten Stock des Hauses. Es ist eine Wohnung ohne Gardinen.
Hat jemand etwas gesehen? War ein Besucher bei der Alleinstehenden, der vielleicht am Fenster stand und gesehen wurde? Wer hat das Opfer nach dem 28. März, dem Tag mit dem verkaufsoffenen Sonntag und der Sommerzeit-Umstellung, noch lebend gesehen? Fragen, zu denen die siebenköpfige Mordkommission (MK) "Neumarkt" zusätzliche Antworten zusammentragen will, um das Puzzle der Lebensgewohnheiten des Opfers ganz genau zusammenzusetzen.
Belohnung
Für Hinweise, die zur Ergreifung des Täters oder zur Aufklärung des Falles der getöteten Monica Byrne-Weesbach führen, wurde eine Belohnung von 3000 Euro ausgesetzt, Vertraulichkeit wird auf Wunsch zugesichert.
Hinweise an Telefon 0202 2840.
Kriminalhauptkommissar Peter Schemschat leitet die MK "Neumarkt". Gemeinsam mit vier Kripo-Kollegen führte er gestern Gespräche mit den Bürgern. Hinweise versprechen sich die Ermittler von den beiden Ringen, die das Opfer täglich getragen hatte, die in ihrer Wohnung aber fehlten. "Die müssen doch irgendwo geblieben sein?"
"Gibt es etwas Neues?", fragt Ulrike von Kleist und geht sogleich auf den Stand der Kripo-Beamten zu. Sie wohnt gleich nebenan. "Das ist absolut unfassbar", sagt sie. Ihre Nachbarin sei doch ein so offener und netter Mensch gewesen.
"Die Kriminalpolizei bittet um Mithilfe" – wie so viele nehmen sich auch Luis Zaragueta und Helmut Schmidt einen Hinweiszettel mit. "Das ist eine gute Sache." Sie begrüßen die Aktion. Alles, was helfe, den Täter zu fassen, müsse unternommen werden. Fahndungsschwierigkeit ist, dass man zunächst von einem natürlichen Tod ausging. Erst 13 Tage später hat die Obduktion stattgefunden, so dass Spuren vernichtet worden sind. "Wir haben aber auch eine ganze Reihe Spuren sichern können", berichtet der Leiter der Mordkommission. Die Auswertung dauere noch an. Auch DNA-Spuren befänden sich darunter. "Auf jeden Fall werden bei weiteren Personen aus dem Umfeld des Opfers noch DNA-Tests durchgeführt", kündigt Polizeisprecher Michael Bartsch an. Ein Umfeld, zu dem auch Mitglieder der Düsseldorfer Punkband "Die Toten Hosen" gehören, für die Monica Byrne-Weesbach Texte übersetzte.
Über 100 Personen seien bei den Ermittlungen bereits überprüft worden, schildert der Kriminalhauptkommissar. "In der Regel wird jedes Tötungsdelikt aufgeklärt. Wir gehen davon aus, dass auch dieser Fall bald aufgeklärt wird."
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