Solingen: Trittbrettfahrer ärgern
zuletzt aktualisiert: 11.08.2009Solingen (RPO). Gutes Wetter, 30 000 Besucher und Musikbands, die begeisterten – Jan Höttges vom Initiativkreis ist zufrieden mit "Echt.Scharf.Solingen." Nur dass auch einige mitfeierten, ohne sich an den Kosten zu beteiligen, ärgert den Mitorganisator.
Herr Höttges, die Musiker ihrer diesjährigen Topband "Der Popolskis" sind ja erklärtermaßen große Freunde des Wodkas. Was bei "Echt.Scharf.Solingen" am Wochenende sicher ein großer Vorteil war.
Höttges Und warum, wenn ich fragen darf?
Na, weil Wodka-Fans nicht den Ärger hatten wie die, die ihre Biergläser wieder umtauschen mussten – und am Pfandmarkensystem verzweifelten.
Höttges Das war aber nur am Freitag, weil wir mehrere Pfandkassen mit unterschiedlichen Marken hatten. Im nächsten Jahr wird das anders, vielleicht verzichten wir auch ganz auf Pfand. Aber bitte, ansonsten war "Echt.Scharf.Solingen" ein grandioser Erfolg.
Zumal Sie auch Glück mit dem Wetter hatten.
Höttges Richtig. Es war ja durchgehend trocken. Und dann ist die Stimmung natürlich noch besser als sonst.
Der Höhepunkt war sicher der Auftritt der "Popolskis" am Sonntag. Solche Top-Events braucht man heute wohl.
Höttges Natürlich sind solche Gruppen wichtig. Denn sie ziehen auch Besucher aus anderen Städten – und davon gab es bei "Echt.Scharf.Solingen" in diesem Jahr viele. Nur darf man den Erfolg nicht nur an den "Popolskis" messen. Wir haben es geschafft, durchgängig ein Programm von hoher Qualität für alle Bevölkerungsteile auf die Beine zu stellen. Ein Highlight war dabei sicher der Auftritt der "Queen Kings" am Samstag. Die haben ja für eine dermaßen tolle Stimmung gesorgt . . .
. . .die hoffentlich auch unter den Händlern herrschte. Wie lief denn der verkaufsoffene Sonntag?
Höttges Der hat auch voll eingeschlagen. Die Händler waren jedenfalls sehr zufrieden, denn die City war am Sonntag wirklich voll.
Wenn das so ist, dürften Sie ja sicher von allen Händlern unterstützt werden – und Sie würden mit "Echt.Scharf.Solingen" auch ein finanzielles Plus machen, das man zur Finanzierung der Veranstaltung im nächsten Jahr nutzen könnte.
Höttges Nein, am Ende steht ein geringes Defizit. Das ist leider so, weil wir nicht genug Sponsoren haben. Viele Händler engagieren sich toll, und auch die großen Ketten Kaufhof, Saturn und C & A bringen sich richtig gut ein. Andere lassen uns allerdings allein.
Nur nicht am verkaufsoffenen Sonntag, an dem diese Geschäfte auch auf haben.
Höttges Ja, diese Trittbrettfahrer ärgern uns schon. Denn schließlich profitieren die Firmen ja auch von der Party – genauso wie jene Gewerbetreibenden, die uns nach Kräften unterstützen. Also: in diesem Punkt wünschen wir für die Zukunft noch mehr Hilfe.
Die von der normalen Bevölkerung aber kommt, oder?
Höttges Absolut. Nach einem Spendenaufruf am Sonntag kamen ganz spontan noch mal 890 Euro zusammen. Das zeigt uns, dass wir wirklich ganz toll von den Solingern angenommen werden.
Martin Oberpriller sprach mit Jan Höttges.
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