Solingen: Überzeugt mit Amélie
VON PIA BERGMEISTER - zuletzt aktualisiert: 25.04.2008Solingen (RPO). Die drei jungen Tänzerinnen Kristina Gerberding, Jocelyne Nickel und Julie Martin von der Ballettschule International haben sich für den Dance World Cup qualifiziert, werden aber wahrscheinlich nicht nach Vancouver fliegen können.
Erfahrende Tänzerinnen sind sie alle. Julie Martin (18) begann bereits mit dreieinhalb Jahren mit dem Ballettunterricht, Kristina Gerberding (17) mit vier Jahren und Jocelyne Nickel (18) fing ihre Ballettausbildung mit neun Jahren an. Zudem sind die drei Tänzerinnen seit Kindertagen miteinander befreundet. Sie trainieren gemeinsam bei Julies Mutter Carole Niclas in der Ballettschule International.
Jede von ihnen hat bereits erfolgreich an zahlreichen Wettbewerben teilgenommen. Beim Dance World Cup, der Weltmeisterschaft im Tanz, belegten die Schülerinnen 2004 in München und 2006 in Portugal jeweils einen dritten Platz im Gruppentanz. Auch im Jahr 2005 traten sie beim Wettbewerb an. In diesem Monat haben sich Jocelyne, Kristina und Julie in München für den diesjährigen Dance World Cup in Kanada qualifiziert. Zwei Monate haben sie mit Carole Niclas trainiert und konnten die Jury schließlich mit ihren Darbietungen im Jazzdance und Ballett überzeugen. Sie tanzten ihre Ballettdarbietung zu der Filmmusik von „Die fabelhafte Welt der Amélie“ und präsentierten das Jazz-Stück „Dancing Shoes“.
Dance World Cup 2008
Die erste German Dance Competition fand 1983 in einem kleinen Theater im Norden von München statt. Damals nahmen rund 150 Tänzerinnen und Tänzer in Alter bis zu 16 Jahren teil. Im Jahre 2004 gab es in München zum ersten Mal eine internationale Veranstaltung, den Dance World Cup. Innerhalb der folgenden Jahre kamen immer mehr Nationalitäten hinzu. Der diesjährige Dance World Cup wird vom 29. Juni bis zum 3. Juli in Vancouver ausgetragen. In acht Kategorien von Jazz bis zu Modern Dance und Ballett zeigen die Tänzer ihr Können.
Schule geht vor
„Es macht uns sehr stolz, zu den weltweit besten Tänzern zu gehören und zu diesem hochrangigen Wettbewerb eingeladen zu werden“, sagt Jocelyne Nickel. Leider werden die drei Tänzerinnen wahrscheinlich nicht nach Kanada fliegen können. Julie und Jocelyne, die beide in die August-Dicke-Schule gehen, werden im nächsten Jahr Abitur machen und müssen ihre Qualifikation für die 13. Klasse hinter sich bringen. „Außerdem entstehen durch die weite Reise enorme Kosten“, bedauert Kristina Gerberding. Vier Flüge nach Vancouver müssten gebucht werden, denn Trainerin Carole Niclas müsste die Mädchen begleiten. Hinzu kämen die Kosten für Unterbringung und Verpflegung. „Das können wir uns einfach nicht leisten“, sagt Julie Martin traurig, „obgleich wir natürlich sehr gerne angetreten wären, um zu schauen, wie wir im internationalen Vergleich abschneiden.“ Sie findet es schade, dass es im Tanzsport so wenige Möglichkeiten einer finanziellen Unterstützung durch Stipendien gibt.
Tanzen auch als Berufswunsch
Auch im nächsten Jahr kann das Trio wegen Wettbewerben in der eigenen Ballettschule nicht beim Dance World Cup dabei sein. Der Traum vom Tanzen bleibt aber für alle drei bestehen. „Ich möchte gerne nach dem Abitur als Background-Tänzerin arbeiten – am liebsten bei Justin Timberlake“, lacht Julie Martin. Kristina Gerberding kann sich als Berufswunsch für später aber auch vorstellen, Tanzlehrerin zu werden, und Jocelyne Nickel würde gerne als Tanztherapeutin arbeiten.
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