Solingen: Ungebremste Lebensfreude
VON ANNEMARIE KISTER-PREUSS - zuletzt aktualisiert: 27.03.2009Solingen (RPO). Die Bobcats werden 20. Sechs CDs, ungezählte Auftritte mit Promis von Til Schwaiger bis Götz Alsmann bestätigen die Gruppe, mit ihrer Musik den abgenudelten Oldies der Popmusik etwas entgegen zu setzen.
Am Anfang stand die Liebe. Heinz Sierings Liebe zu Jazz und Swing, zur Musik, die so viel Lebensfreude ausdrückt. Die Musik von Nat King Cole und Billy Holiday, die der Sozialarbeiter viel lieber spielen wollte als die in seinen Augen immer hörter und rockiger werdenden Stücke seiner damaligen Band "Route 66". Das war vor 20 Jahren die Geburtsstunde der Bobcats, die heute nicht nur auf sechs CDs und viele herausragende Konzerte zurückblicken, sondern auch rundum mit dem zufrieden sind, was sie auf der Bühne vermitteln. Ob bei den Lindy-Hop-Weltmeisterschaften die Tanzpaare zu ihren Rhythmen in Bewegung geraten oder Götz Alsmann am Klavier sitzt, wenn die Bobcats spielen. Ob sie zur Filmpremiere von "Manta-Manta" Till Schwaiger und Bernd Eichinger kennenlernen, was das Schönste in den vergangenen 20 Jahren war, vermögen die Bandmitglieder kaum zu sagen.
20 Jahre Bobcats
Das Jubiläum der Band wird am morgigen Samstag, 28. März, ab 20 Uhr in den Räumen der Tanzschule Burkhardt an der Hauptstraße 90 mit vielen Überraschungsgästen gefeiert. Erwartet werden Tanzformationen ebenso wie ehemalige Bandmitglieder.
Kartenreservierungen unter Telefon 0172 2647133 oder 60659 oder per mail: BrigitteSiering@aol.com.
Ein ehemaliger Bundestagsabgeordneter, zwei Bestatter, eine Beamtin und ein Sozialarbeiter, das sind die Bobcats im Jubiläumsjahr. Mit Brigitte Siering und Heidi Dreibholz holte Heinz Siering nicht nur zwei Chorsängerinnen in die Gruppe, die beiden Frauen spielen heute auch Saxophon und Kontrabass. "Außer im Kirchenchor hatte ich keinerlei Erfahrungen mit Musik", erinnert sich Heidi Dreibholz, und Brigitte Siering sang früher allenfalls unter der Dusche. Heute zupft die Ehefrau des Bandgründers gekonnt den Kontrabass, hinter dem sich die zierliche Frau bequem verstecken könnte.
Schlagzeug verschenkt
Ein Mann der ersten Stunde ist auch Pianist Klaus Luchtenberg, während mit Hans-Werner Bertl vor genau acht Jahren ein damals noch Bundestagsabgeordneter dazu kam. "Ich hatte gerade mein Schlagzeug verschenkt, als die Anfrage von den Bobcats kam", erinnert sich der Politiker, der schon früher in einer Jazzband gespielt hatte.
Ihre Auftritte führten die Gruppe durch ganz Deutschland. "Wir haben vor 20 000 Leuten gespielt aber auch vor 30", erzählt Klaus Luchtenberg, der sich besonders an einen Auftritt in der sächsischen Partnerstadt Aue erinnert. "Da spielten wir im Ernst-Thälmann- Saal vor knapp 30 Leuten, und die wollten eigentlich viel lieber was von Deep Purple hören". Doch bei all den anderen Erfolgen können die Bobcats heute über so ein Erlebnis nur lächeln. Sie traten mit den Pasadena Roof Orchestra auf und mit Peter Kraus und Emil Mangelsdorf, spielten in der amerikanischen Botschaft in Bonn, beim Sommerfest der NRW-Landesvertretung in Berlin und in einer Revue mit dem Ensemble Profan. "Schön waren die Auftritte alle", resümiert Heinz Siering, und die Band hat auch in den nächsten Jahren noch viel vor. Doch jetzt wird erst einmal gefeiert, mit vielen Freunden und Wegbegleitern der Musiker, die aus ihrer Liebe zu der mitreißenden Musik der schwarzen Dienstboten und Hausmädchen in Amerika keinen Hehl machen.
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