Solingen: Verdi will den Druck erhöhen
zuletzt aktualisiert: 28.02.2008Solingen (RPO). Die vierte Runde der Tarifverhandlungen für die Beschäftigten des öffentlichen Dienstes sind Dienstag ergebnislos zu Ende gegangen. Für kommende Woche Donnerstag und Freitag ist die letzte Runde terminiert. Inzwischen gehen beide Seiten davon aus, dass es zum Einsatz eines Schlichters kommen wird. Denn auch vor Runde fünf sind die beiden Tarifparteien so weit auseinander wie zu Beginn der Gespräche. Und damit drohen in den Kommunen kommende Woche vor dem Donnerstag wieder Arbeitsniederlegungen.
Doch noch will sich die Gewerkschaft Verdi nicht in die Karten schauen lassen. Nur so viel wollte Gewerkschaftssekretär Willi Oberländer auf Anfrage mitteilen: „Wir planen gerade. Ich kann so viel sagen, dass es in unserer Region diese Woche ruhig bleiben wird. Aber nächste Woche werden wir unsere Forderungen sehr massiv deutlich machen.“ Was das heißen könnte, kann sich jeder nach den Arbeitsniederlegungen in der Vorwoche ausmalen: Begonnen hatten die Aktionen mit einem mehrstündigen Streik im Klinikum, es folgten Protestaktionen von Hausmeistern, Schwimmbadpersonal, Politessen und Kindergärtnern. Den ganzen Freitag war zudem der komplette Busverkehr in der Stadt lahm gelegt. Das lässt sich noch steigern.
Das Angebot der Arbeitgeber, das Verdi-Mann Willi Oberländer nach wie vor für „unseriös“ hält, sieht bei einer Laufzeit von 24 Monaten eine stufenweise Lohnerhöhung vor, die insgesamt fünf Prozent mehr Gehalt mehr bringen soll. Im Gegenzug soll die Wochenarbeitszeit um anderthalb auf 40 Stunden herauf gesetzt werden. Verdi-Mann Lothar Reitzer rechnet beispielhaft das Arbeitgeberangebot nach: Ein Techniker, der heute 2980 Euro brutto verdient, habe derzeit einen Stundenlohn von 19,35 Euro. Im März 2009 bekäme er – die Verlängerung der Arbeitszeit eingerechnet – ganze drei Cent mehr. Verdi fordert echte acht Prozent. Das entspräche einer Steigerung auf 21,20 Euro.
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